Kamenka (Bähr, auch Beer)
Kamenka (Bähr, auch Beer)
Wolgagebiet
Religiose Bauten
Katholische Kirche
Katholische Kathedrale „Geburt von der Seligen Jungfrau Maria“. Historisches Denkmal. Städtebauliches und Architekturdenkmal. Baujahr: 1898. Standort: Sowjetskaja Str. Die Architektur der Kathedrale ist beispielhaft für Neugotik. Die Kathedrale stellt eine für die Gotik typische Bauweise als eine dreischiffige Basilica mit einem Querschiff (Transept) dar. Auf einem alten Foto der Kathedrale ist ein für damalige Zeit typisches abgestuftes Portal der westlichen Fassade sichtbar, das zusammen mit dem Glockenturm und den Rosenfenstern eine symmetrische Konstruktion bildet. Neben der Apsis befinden sich auf gleicher Ebene mit der früheren Altarabgrenzung die für die Gestaltung gotischer Kathedralen charakteristischen Nischen, in den anscheinend die Heiligenskulpturen aufgestellt wurden. Die Fassaden im Nord- und Südteil sind ähnlich. Im Querschiff gibt es auf beiden Seiten zusätzliche Eingangsgruppen, Spitzbogen- und Rosenfenster. Der Mittelschiffsgiebel hat Abstufungen, ist oben mit gotischen Türmchen verziert und mit schlanken Halbsäulen eingefasst.
Im Grundriss hat die Kathedrale die Form eines Lateinkreuzes. Die Fassade der Kathedrale ist lakonisch gestaltet, hat wenig Dekor, jedoch wird das Bauwerk dank symmetrischer Anordnung des am Giebel und Gesims befindlichen und die Form der Spitzbogenfenster wiederholenden Ornaments als eine in sich geschlossene Einheit aufgefasst. Momentan befindet sich das gesamte Gebäude in einem halbzerstörten Zustand. Im neubarock gestalteten Innenbereich sind nur einzelne Fragmente der Freskomalerei (wie etwa die Köpfe der Engel neben dem Altar und ein Teil der Pflanzenornamente im Innenbereich des Altars) sowie stellenweise der geflieste Fußboden erhalten. Aus der Geschichte der Kathedrale ist bekannt, dass dort 1906 (auf einem bis heute bestehenden Balkon) eine Orgel im neugotischen Stil aufgestellt wurde. 1927 wurde der Pfarrer verhaftet, die Kathedrale 1935 geschlossen und als Lager genutzt, gefolgt von einer Traktorgarage, deren Betrieb in der Nachkriegszeit stillgelegt wurde. Seit den 1970er Jahren begann der Verfall der Kathedrale, damals blieben noch die Farbglasfenster und der Großteil des Bauwerks erhalten, welches jedoch mit der Zeit in erster Linie wegen des Vandalismus nahezu völlig zerstört wurde (es bestehen kein Fundament und kein Dach mehr, weder der gesamte Oberraum, noch der Oberteil des Glockenturms, Farbglasfenster oder Treppen etc. sind existent). Es sind nur die Wände und z.T. das Gerüst des Bauwerks erhalten. Das Objekt hat föderale Bedeutung als ein musterhaftes Baukunstwerk aus dem vergangenen Jahrhundert. Die Restauration und der Wiederaufbau der Kathedrale sind immer noch möglich.