Kriwowskoje (Obermonjou)

Wolgagebiet

Geschichte der Siedlung

KRIWOWSKOJE (Obermonjou), katholisch-lutherisches Dorf, gegründet am 5. März 1767. Liegt auf dem linken  Wolga-Ufer 60 km nordöstlich von Engels. Gehörte vor 1917 zum Kolonistenkreis Jekaterinenstadt (seit 1871   Wolost Jekaterinenstadt) des Ujesd Nikolajewsk, Gouvernement  Samara.  In der Sowjetzeit – Rayon (Kanton) Marxstadt der ASSR der WD. Heute: Siedlung Kriwowskoje, Rayon Marx, Gebiet Saratow, gehört zur Landsiedlung Podlesnoje.

Einwohner 299 (1767), 325 (1773), 370 (1788; 72 Familien), 429 (1798; 76 Familien), 620 (1816; 91 Familien), 1068 (1834; 138 Familien), 1608 (1850; 174 Familien), 1897 (1857; 197 Familien), 1513 (1859), 1936 (1889), 2251 (1897; 2235 deutschstämmig), 2801 (1905), 2752 (1910), 2978 (1920), 1685 (1922), 2443 (1926; 2432 deutschstämmig), 3077 (1931; 100% deutschstämmig). Geburtsort des katholischen Paters Alexander Boos (geb. 1842), Rektor des römisch-katholischen Priesterseminars Tiraspol (1878–1889).

Werberkolonie von Baron der Beauregard. Das Dorf wurde von 83 Familien aus Mecklenburg, Würzburg und aus dem Raum des heutigen Frankreichs gegründet. Genannt nach dem  zweiten Koloniendirektor Otto Friedrich von Monjou. Nach dem Erlaß über  Benennung deutscher Kolonien vom 26. Februar 1768  behielt das Dorf seinen früheren Namen, wurde 1915 in Kriwowka umbenannt.

Die katholische Gemeinde gehörte zu Pfarreien Schönchen, Jekaterinenstadt, Obermonjou, die lutherische – zur Pfarrei Jekaterinenstadt. Die katholische Kirche wurde 1897 erbaut.

Insgesamt gab es 1857   5941 Desjatin Land, auf jede Person männlichen Geschlechts (insgesamt 921 Männer) entfielen ca. 6,6 Desjatin. 1859  gab es in der Kolonie 165 Gehöfte, es gab eine Kirche und eine Schule. 1910 zählte das Dorf  392 Gehöfte, es funktionierte eine Kirche, eine landständische (Semstwo-) Schule und zwei Buttereiwerke. Es waren Tabakanbau, Gemüsebau und Strohflechthandwerk entwickelt.

1877–1878 wanderten 544 Personen nach Amerika aus. Während der Hungersnot von 1921 wurden  141 Personen geboren, 386 Personen sind gestorben.

Nach der Gründung der Arbeitskommune (des Autonomen Gebiets) der Wolga-Deutschen und bis zur Auflösung der ASSR der WD 1941 war das  Dorf Obermonjou Verwaltungszentrum des Landrates Obermonjou des Kantons Marxstadt.  Laut   Angaben der Volkszählung von 1926  zählte das Dorf 433 Haushalte  mit der Bevölkerung von 2443 Personen (1190 Männer, 1253 Frauen), davon machte die deutschstämmige Bevölkerung  2432 Personen (1184 Männer und 1248 Frauen) und 431 Haushalte aus. 1926 gehörte zum Landrat Obermonjou nur das Dorf Obermonjou.

In den 1920er Jahren  gab es einen Genossenschaftsladen, eine landwirtschaftliche Genossenschaft,  zwei Maschinengenossenschaften, 2 Genossenschaftsbetriebe, eine Grundschule, eine Alphabetisierungsstelle. Die deutschstämmige Bevölkerung wurde im September 1941 deportiert. Laut Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR  vom 2. Juli 1942 wurde das Landrat Obermonjou in Kriwowka  umbenannt.

Im Dorf funktionierte die Kolchose „Kriwowskij“, heute - die GmbH „Kriwowskoje“. Es gibt drei Straßen: Perwomajskaja,  Sowjetskaja, Stepnaja, es arbeiten ein Kulturhaus, ein Fernmeldeamt, eine Schule.

 

Quellen:

1) Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.

2) Geschichte der Wolgadeutschen // http://wolgadeutsche.ru/list/obermonjou.htm