Berjoski (Straßburg)
Berjoski (Straßburg)
Gebiet Samara
Geschichte der Siedlung
Berjoski (Straßburg) – zwischen den Flüssen Karmala und Kondurtscha gelegenes lutherisches Dorf. Gegründet 1864, gehörte nach 1867 zum Amtsbezirk Konstantinow (Bezirk Samara, Gouvernement Samara), heute Rayon Koschki (Gebiet Samara). 20 km südwestlich von Koschki und 120 km von Samara gelegen.
Gegründet von deutschen Webern und Handwerkern aus Lodz (Königreich Polen/ Untertanen des Russischen Reichs), die infolge der industriellen Revolution ihre Existenzgrundlage verloren hatten und unter dem Einfluss des Polnischen Aufstands von 1863 migrierten.
Die ersten Übersiedler waren die Familien Rabek, Strobel und Dojan.
Die Bevölkerung gehörte größtenteils zur lutherischen Kirchengemeinde Samara. Ein Teil der Bewohner waren Katholiken, Mennoniten und Baptisten.
Die Übersiedler erhielten 2.073,9 Desjatinen Nutzland für 54 Familien (jeweils 38,4 Desjatinen pro Familie).
Im Dorf gab es eine Semstwo-Volksschule und eine Windmühle (Daniel Vetter). 1926 gab es eine Grundschule und einen Dorfsowjet.
Im Zuge der Kollektivierung wurde die Kolchose „Vorwärts“ (später „Karl Marx“) gegründet.
1941 wurden die im Rayon Koschki ansässigen Deutschen aufgrund Beschluss Nr. 442 der Sondersitzung des Gebietsexekutivkomitees Kujbischew vom 27. November 1941 nach Kasachstan deportiert und im Dorf Tataren angesiedelt. Das Dorf wurde in Berjoski umbenannt.
Heute gehört das Dorf Berjoski zur Landgemeinde Orlowka und hatte im Jahr 2015 178 Einwohner.
Entwicklung der Einwohnerzahlen: 340 (1881), 458 (1889) 466 (1897), 429 (1910), 587, davon 580 Deutsche (1926), 676 (1930).
Quellen:
1. Администрация муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.kadm63.ru.
2. Арнольдов Н.А. Из истории немцев Кошкинского района Самарской области (1858–1941) / Н.А.Арнольдов, М.Н. Арнольдов. – Самара: ГУ СО «Дом дружбы народов», 2009. – 152 с.
3. Немцы России: населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь / Сост. В.Ф.Дизендорф. – М.: «ЭРН», 2006. – 472 с.
4. Савченко И.А. Российские немцы в Самарском крае. Историко-краеведческие очерки / И.А.Савченко, С.И.Дубинин. – Самара: Изд-во «Самарский университет», 1994.
5. Собрание представителей муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.koshki.samgd.ru/territory/info.
6. Флейман Е.А. Немцы Константиновской волости: из Царства Польского в Самарскую губернию (1864–1917) / Е.А.Флейман. – Самара: ООО «Тандем», 2014. – 296 с.
7. Vorübergehende Heimat.150 Jahre Beten und Arbeiten in Alt-Samara (Alexandertal und Konstantinow) / Herausgegeben von Viktor Fast. – Steinhagen: „Samenkorn“, 2009. – 672 s.