Salesje (Reinischfeld, Reinsfeld)
Salesje (Reinischfeld, Reinsfeld)
Gebiet Samara
Geschichte der Siedlung
Salesje (Reinischfeld, Reinsfeld) – am Fluss Kondurtscha gelegenes lutherisches und katholisches Dorf, 1871 innerhalb des Amtsbezirks Konstantinow (Bezirk Samara/ Gouvernement Samara) gegründet, heute Rayon Koschki (Gebiet Samara). 8 km nordöstlich von Koschki und 140 km von Samara gelegen.
Neben lutherischen Webern und Handwerkern aus Lodz (Königreich Polen, Untertanen des Russischen Reichs), deren Übersiedlung durch den Polnischen Aufstand von 1863 ausgelöst wurde, waren unter den Gründern der Siedlung auch katholische Deutsche und Kaschuben.
Die ersten Übersiedler waren die Familien Ebert, Rabek, Rakko und Pugan.
Für den Namen der Siedlung gibt es drei mögliche Erklärungsvarianten: 1) Der Name geht auf den Fluss Rhein zurück und verweist auf die ferne Heimat der Übersiedler; 2) der Name leitet sich von dem deutschen Wort „Rain“ ab; 3) dem Namen liegt das deutsche Wort „rein“ im Sinne von „sauber“ zugrunde.
Im Dorf gab es ein Bethaus der Evangeliumschristen-Baptisten, eine Semstwo-Volksschule, ein katholisches Gotteshaus, Maschinenreparaturwerkstätten mit einem Dampfantrieb (Besitzer waren die Brüder Waldemar, Adolf und Reinhold Rakko), auf deren Grundlage in sowjetischer Zeit an der Station Pogrusnaja ein Reparaturbetrieb und eine Maschinen-Traktoren-Station aufgebaut wurde, einen Gemischtwarenladen (Ju.E. Krüger), eine Schmiede (G. Rabek) und eine Tischlerei (G. Sachs). 1926 gab es eine Grundschule und einen Dorfsowjet.
Im Zuge der Kollektivierung wurde die Kolchose „Wernyj Put“ [„Der richtige Weg“] gegründet, deren Name in den Dokumenten ausschließlich auf Russisch zu treffen ist. In den 1930er-1950er Jahren war das Dorf Zentrum des Dorfsowjets.
1941 wurde die im Rayon Koschki ansässige deutsche Bevölkerung aufgrund Beschluss Nr. 442 der Sondersitzung des Gebietsexekutivkomitees Kujbischew vom 27. November 1941 nach Kasachstan deportiert. Nichtsdestotrotz fand der Name Reinsfeld noch länger Verwendung, bis das Dorf schließlich 1952 in Salesje umbenannt wurde. Nach der Deportation der Deutschen wurden im Dorf (größtenteils russische) Bewohner der Nachbardörfer angesiedelt.
Heute gehört das Dorf Salesje zur Landgemeinde Bolschaja Romanowka und hatte im Jahr 2015 458 Einwohner.
Entwicklung der Einwohnerzahlen: 165 (1881), 184 (1889) 190 (1897), 176 (1910), 362, darunter 336 Deutsche (1926), 391 (1930).
Quellen:
1. Администрация муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.kadm63.ru.
2. Арнольдов Н.А. Из истории немцев Кошкинского района Самарской области (1858–1941) / Н.А.Арнольдов, М.Н. Арнольдов. – Самара: ГУ СО «Дом дружбы народов», 2009. – 152 с.
3. Немцы России: населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь / Сост. В.Ф.Дизендорф. – М.: «ЭРН», 2006. – 472 с.
4. Савченко И.А. Российские немцы в Самарском крае. Историко-краеведческие очерки / И.А.Савченко, С.И.Дубинин. – Самара: Изд-во «Самарский университет», 1994.
5. Собрание представителей муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.koshki.samgd.ru/territory/info.
6. Флейман Е.А. Немцы Константиновской волости: из Царства Польского в Самарскую губернию (1864–1917) / Е.А.Флейман. – Самара: ООО «Тандем», 2014. – 296 с.
7. Vorübergehende Heimat.150 Jahre Beten und Arbeiten in Alt-Samara (Alexandertal und Konstantinow) / Herausgegeben von Viktor Fast. – Steinhagen: „Samenkorn“, 2009. – 672 s.