Studenyj Kljutsch (Staryj Kljutsch, Kaisersgnade)
Studenyj Kljutsch (Staryj Kljutsch, Kaisersgnade)
Gebiet Samara
Geschichte der Siedlung
Studenyj Kljutsch (Staryj Kljutsch, Kaisersgnade) – an der Studenyj-Schlucht gelegenes lutherisches Dorf, gegründet 1866, nach 1867 Teil des Amtsbezirks Konstantinow (Bezirk Samara/ Gouvernement Samara), heute Rayon Koschki, Gebiet Samara. 25 km nordöstlich von Koschki und 115 km von Samara gelegen.
Gegründet von deutschen Webern und Handwerkern aus Lodz (Königreich Polen/ Untertanen des Russischen Reichs), die infolge der industriellen Revolution ihre Existenzgrundlage verloren hatten und unter dem Einfluss des polnischen Aufstands von 1863 migrierten. Die ersten Übersiedler waren die Familien Rabek, Biskup, Wagner, Witt, Prachowski und Dekant.
Ein Teil der Bewohner waren Katholiken und Mennoniten.
Der deutsche Name der Siedlung geht womöglich auf den Umstand zurück, dass die schlesischen Deutschen ihre Übersiedlung in die Wolgaregion tatsächliche als Gnade empfanden. Ein weiterer verbreiteter Name der Siedlung war Studenyj Kljutsch, was auf die in der Nähe gelegene gleichnamige Feldschlucht zurückgeht.
Die Übersiedler bekamen 53 Desjatinen Hofland für 53 Höfe (für jede Hofstelle jeweils eine Desjatine), sowie 1.728 Desjatinen Ackerland, 108 Desjatinen Weideland, 152 Desjatinen Wiesenland und 112,3 Desjatinen Land, auf dem Strauchgärten angelegt werden konnten (insgesamt 2.154,3 Desjatinen Nutzland, jeweils 40,6 Desjatinen pro Familie).
Im Dorf gab es eine Semstwo-Volksschule, eine Windmühle und einen Gemischtwarenladen (R.A. Stolle).
1926 gab es eine Grundschule, eine Lesehütte und einen Dorfsowjet.
Im Zuge der Kollektivierung wurde die Kolchose „Anfang“ gegründet.
1941 wurde die im Rayon Koschki ansässige deutsche Bevölkerung aufgrund Beschluss Nr. 442 der Sondersitzung des Gebietsexekutivkomitees Kujbischew vom 27. November 1941 nach Kasachstan deportiert.
Heute existiert das Dorf nicht mehr.
Entwicklung der Einwohnerzahlen: 376 (1881), 547 (1889) 463 (1897), 393 (1910), 437, davon 429 Deutsche (1926), 534 (1930).
Quellen:
1. Администрация муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.kadm63.ru.
2. Арнольдов Н.А. Из истории немцев Кошкинского района Самарской области (1858–1941) / Н.А.Арнольдов, М.Н. Арнольдов. – Самара: ГУ СО «Дом дружбы народов», 2009. – 152 с.
3. Немцы России: населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь / Сост. В.Ф.Дизендорф. – М.: «ЭРН», 2006. – 472 с.
4. Савченко И.А. Российские немцы в Самарском крае. Историко-краеведческие очерки / И.А.Савченко, С.И.Дубинин. – Самара: Изд-во «Самарский университет», 1994.
5. Собрание представителей муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.koshki.samgd.ru/territory/info.
6. Флейман Е.А. Немцы Константиновской волости: из Царства Польского в Самарскую губернию (1864–1917) / Е.А.Флейман. – Самара: ООО «Тандем», 2014. – 296 с.
7. Vorübergehende Heimat.150 Jahre Beten und Arbeiten in Alt-Samara (Alexandertal und Konstantinow) / Herausgegeben von Viktor Fast. – Steinhagen: „Samenkorn“, 2009. – 672 s.