Malaja Romanowka (Romanowka Nowaja, Klein-Romanow)
Malaja Romanowka (Romanowka Nowaja, Klein-Romanow)
Gebiet Samara
Geschichte der Siedlung
Malaja Romanowka (Romanowka Nowaja, Klein-Romanow) – lutherisches Dorf, das 1893 aus der Romanower Dorfgemeinschaft heraus entstand (siehe: Bolschaja Romanowka), gehörte zum Amtsbezirks Konstantinow (Bezirk Samara/ Gouvernement Samara), heute Rayon Koschki, Gebiet Samara. 11 km nordöstlich von Koschki und 140 km von Samara gelegen.
Gegründet von deutschen Webern und Handwerkern aus Lodz (Königreich Polen/ Untertanen des Russischen Reichs), die infolge der industriellen Revolution ihre Existenzgrundlage verloren hatten und unter dem Einfluss des polnischen Aufstands von 1863 migrierten.
Die ersten Übersiedler waren die Familien Wink und Jabs.
Die Bewohner des Dorfes gehörten größtenteils zur lutherischen Kirchengemeinde Samara. Ein Teil der Bewohner waren Katholiken und Baptisten.
Die Übersiedler erhielten 1.901 Desjatinen Nutzland für 48 Familien (jeweils 39,6 Desjatinen pro Familie).
Im Jahr 1910 gab es im Dorf eine Feuerversicherungsgesellschaft und eine Windmühle (W.P. Mynow), 1926 eine Grundschule und einen Dorfsowjet.
Im Zuge der Kollektivierung wurde die Kolchose „Einigkeit“ gegründet.
1941 wurde die im Rayon Koschki ansässige deutsche Bevölkerung aufgrund Beschluss Nr. 442 der Sondersitzung des Gebietsexekutivkomitees Kujbischew vom 27. November 1941 nach Kasachstan deportiert und im Dorf eine national gemischte, größtenteils mordwinische Bevölkerung aus den benachbarten Siedlungen angesiedelt.
Heute gehört das Dorf Malaja Romanowka zur Landgemeinde Bolschaja Romanowka und hatte im Jahr 2015 68 Einwohner.
Entwicklung der Einwohnerzahlen: 192 (1897), 105 (1910), 200, davon 186 Deutsche (1926), 238 (1930).
Quellen:
1. Администрация муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.kadm63.ru.
2. Арнольдов Н.А. Из истории немцев Кошкинского района Самарской области (1858–1941) / Н.А.Арнольдов, М.Н. Арнольдов. – Самара: ГУ СО «Дом дружбы народов», 2009. – 152 с.
3. Немцы России: населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь / Сост. В.Ф.Дизендорф. – М.: «ЭРН», 2006. – 472 с.
4. Савченко И.А. Российские немцы в Самарском крае. Историко-краеведческие очерки / И.А.Савченко, С.И.Дубинин. – Самара: Изд-во «Самарский университет», 1994.
5. Собрание представителей муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.koshki.samgd.ru/territory/info.
6. Флейман Е.А. Немцы Константиновской волости: из Царства Польского в Самарскую губернию (1864–1917) / Е.А.Флейман. – Самара: ООО «Тандем», 2014. – 296 с.
7. Vorübergehende Heimat.150 Jahre Beten und Arbeiten in Alt-Samara (Alexandertal und Konstantinow) / Herausgegeben von Viktor Fast. – Steinhagen: „Samenkorn“, 2009. – 672 s.