Bolschaja Romanowka (Romanow, Groß-Romanow)

Gebiet Samara

Geschichte der Siedlung

Bolschaja Romanowka (Romanow, Groß-Romanow) – lutherisches Dorf, 1864 als Teil des Amtsbezirks Konstantinow (Bezirk Samara, Gouvernement Samara) gegründet, heute Rayon Koschki, Gebiet Samara. 13 km nördlich von Koschki und 140 km von Samara gelegen.

Benannt nach der Zarenfamilie. Die ursprünglich bestehende Siedlung Romanow wurde erst im Jahr 1893 in Bolschoj Romanow und Malyj Romanow geteilt.

Gegründet von deutschen Webern und Handwerkern aus Lodz (Königreich Polen/ Untertanen des Russischen Reichs), die infolge der industriellen Revolution ihre Existenzgrundlage verloren hatten und unter dem Einfluss des Polnischen Aufstands von 1863 migrierten.

Die ersten Übersiedler waren die Familien Rabek, Jabs, Schulz und Böse.

Ein Teil der Einwohner waren Katholiken und Baptisten.

Die Übersiedler erhielten 1.901 Desjatinen Nutzland für 48 Familien (jeweils 39,6 Desjatinen pro Familie).

Im Dorf gab es eine öffentliche Schule, eine lutherische Kirche, ein Bethaus der Evangeliumschristen-Baptisten, zwei Windmühlen, eine Käserei und eine Ziegelei, eine Schmiede (G.F. Timm) sowie einen Gemischtwarenladen (I.I. Schmidt).

1917 gab es eine Mühle mit Gasgenerator, die dem im Amtsbezirk Alexandertal ansässigen W.B. Riesen gehörte.

1926 gab es eine Grundschule und einen Dorfsowjet.

Im Zuge der Kollektivierung wurden die Kolchosen „Einheit“ und „Thälmann“ gegründet.

1941 wurde die im Rayon Koschki ansässige deutsche Bevölkerung aufgrund Beschluss Nr. 442 der Sondersitzung des Gebietsexekutivkomitees Kujbischew vom 27. November 1941 nach Kasachstan deportiert und im Dorf eine national gemischte, größtenteils mordwinische Bevölkerung aus den benachbarten Siedlungen angesiedelt.

Heute ist das Dorf Bolschaja Romanowka Verwaltungszentrum der gleichnamigen Landgemeinde (früher Dorfsowjet, Dorfverwaltung), zu der auch die früheren deutschen Ortschaften Salesje, Dolinowka, Kamennyj Owrag und Malaja Romanowka gehören. Im Jahr 2015 hatte Bolschaja Romanowka 373 Einwohner.

Entwicklung der Einwohnerzahlen: 227 (1881), 390 (1889), 347 (1897), 202 (1910), 231, davon 222 Deutsche (1926), 260 (1930).

 

Quellen:

1. Администрация муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.kadm63.ru.

2. Арнольдов Н.А. Из истории немцев Кошкинского района Самарской области (1858–1941) / Н.А.Арнольдов, М.Н. Арнольдов. – Самара: ГУ СО  «Дом дружбы народов», 2009. – 152 с.

3. Немцы России: населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь / Сост. В.Ф.Дизендорф. – М.: «ЭРН», 2006. – 472 с.

4. Савченко И.А. Российские немцы в Самарском крае. Историко-краеведческие очерки / И.А.Савченко, С.И.Дубинин. –  Самара: Изд-во «Самарский университет», 1994.

5. Собрание представителей муниципального района Кошкинский Самарской области: Официальный сайт // http://www.koshki.samgd.ru/territory/info.

6. Флейман Е.А. Немцы Константиновской волости: из Царства Польского в Самарскую губернию (1864–1917) / Е.А.Флейман. – Самара: ООО «Тандем», 2014. – 296 с.

7. Vorübergehende Heimat.150 Jahre Beten und Arbeiten in Alt-Samara (Alexandertal und Konstantinow) / Herausgegeben von Viktor Fast. – Steinhagen: „Samenkorn“, 2009. – 672 s.