Kusak (Alexanderkron)
Kusak (Alexanderkron)
Altai-Region
Geschichte der Siedlung
KUSAK (ALEXANDERKRON), Mennonitendorf 28 km nordöstlich von Slawgorod. Gehörte vor 1917 zum Ujesd Barnaul, Gouvernement Tomsk (Wolost Hortiza / Orlowo). In der Sowjetzeit - Region Altai, Rayon Slawgorod, Deutscher Rayon (Oktjabrskij). Zurzeit ist es das Zentrum der Landsiedlung Kusak (bestehend aus Dorf Kusak und Siedlung Krasnoarmejskij) des Deutschen Nationalrayons.
Einwohner: 201 (1911), 298 (1926), 1276 (1980), 1613 (1989), 1728 (1991), 1861 (2006), 1538 (2014).
Das Dorf wurde 1909 von den Aussiedlern aus dem Schwarzmeergebiet gegründet. Der erste Name Alexanderkron erhielt es nach der Mutterkolonie an der Molotschnaja. Im Herbst 1914 wurde Alexanderkron in Kusak umbenannt. Laut einer Legende erhielt das Dorf den Namen „Kusak“ nach einem Kasachen, der hier noch vor der Ankunft der Deutschen lebte. Zu ersten Siedlern gehörte auch die Familie Gossen. 1912 lebten hier 7 Familien: Warkentin, Gossen, Giesbrecht, Henris, Leven, Kasdorf, Klassen. Die Kolonie gehörte zur Gemeinde der Mennoniten Schumanowka-Kleefeld, es gab ein eigenes Bethaus. 1912 wurde eine Schule gebaut.
In den 1920er Jahren funktionierten ein Buttereiwerk, eine Genossenschaft für Samen- und Rasseviehzucht, es gab Alphabetisierungsstelle, Lesestube, Grundschule. In der ersten Aprilhälfte 1930 kam es im Dorf zu ersten gegen die Kollektivierung gerichteten Unruhen. In den 1930er Jahren wurde die Kolchose „Rote Fahne“ (seit 1957 Kolchose „Engels“) gegründet. Im Herbst 1941 trafen hier deportierte Deutsche aus dem Gebiet Dnepropetrowsk und aus dem Wolga-Gebiet ein.
1957 fand eine Vergrößerung der Kolchosen statt. Die 1950 gegründete Kolchose „Bulganin“ (in die die Kolchosen „Jungsturm“ im Dorf Zholtenkoje und „Neues Dorf“ im Dorf Samsonowka eingingen) schloss sich mit der im Dorf Kusak zusammen, die neu entstandene Wirtschaft erhielt den Namen „Engels“ und hatte ihren Sitz in Kusak.
In den 1960er Jahren wurden eine Mühle (1963), ein Krankenhaus, ein Kulturhaus (August 1964) aufgebaut. Bis vor kurzem bestanden im Dorf eine Ziegelei, Buttereiwerkhalle, Räucherei und Brauerei. Am 1. September 1965 eröffnete eine neue 8-Klassen-Schule ihre Pforten. 1982 wurde ein Gebäude für die Mittelschule fertiggestellt. Seit Herbst 1957 wurde in der Schule von Kusak der Unterricht in Deutsch als Muttersprache wiederaufgenommen. Heute wird Deutsch in den Klassen 1 bis 10 nach einem erweiterten Programm erteilt.
2005 entstand auf der Basis der Kolchose „Engels“ eine Bauernwirtschaft (Farm) „W.M. Funkner“ (2010 geschlossen). Zurzeit bildet die Offene AG „Kusakskoje“ die Grundlage der Wirtschaft im Dorf. Es entwickeln sich die Rassezucht von Rindvieh, Schweinezucht, Pflanzenbau. Das zugewiesene Land macht 16800 ha, einschließlich 15195 ha Ackerland aus. 2011 wurde der hinter dem Uralgebirge größte Viehzuchtkomplex für 2200 Köpfe mit einem Karussellmelkstand in Betrieb genommen.
Das Dorf hat 5 Straßen: Engels-Str., Molodjozhnaja, Alma-Atinskaja, Komsomolskaja und Friedensstraße. Es ist mit gut eingerichteten Einfamilienhäusern mit Zentralheizung bebaut. Es wurde eine malerische Grünanlage mit Kinderspielplatz angelegt. Das Dorf liegt neben dem Rayonszentrum Halbstadt, viele Bewohner von Kusak haben ihre Jobs in Halbstadt. Die Bevölkerung ist mit 14 Nationalitäten - Russen, Deutsche, Tataren, Udmurten, Griechen etc. - vertreten.
Das Dorf hat Sportkomplex, Kulturhaus, Kindergarten „Schneefllöckchen“, Mittelschule, Musikschule (1972), Zentrum der deutschen Kultur „Alexanderkron“, Postamt, Sparkassen, Frisiersalon, zahlreiche Verkaufsläden, Cafes. Im Dorf befindet sich ein Kreis-Krankenhaus mit modernsten medizinischen Ausrüstungen.
Im Schuljahr 2011/2012 wurde in der Schule ein Museumseck eingerichtet, in dem die Ausstellungsstücke über die Geschichte des Dorfes zusammengebracht sind, es wird Dorfchronik geführt. Im Kulturhaus funktionieren Zirkel auf ständiger Basis. Sehr beliebt ist das deutsche Folklore-Ensemble der Familie Warkentin-Brehm.
Quellen:
1) Немцы Алтая (справ.-библиограф. сб.) / Под общ. ред. В.И. Матиса. – Барнаул, 2008. – С. 307–308.
2) Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с доп. 2009 г.] // http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php
4) Точка кипения, или Почему поставили неуд? // Новое время. – 2012. – 17 февр. (http://www.nzd22.ru/arch.html?a=832 )
5) МБОУ «Кусакская СОШ» ННР Алтайский край //
http://kusakschool.ru/index.php?id=63&Itemid=74&option=com_content&task=view
6) Вопросы местного значения. Дождется ли село Кусак хорошей жизни // Алтайская правда. – 2014. – 28 февр. // http://www.ap22.ru/paper/paper_6215.html