Schumanowka

Altai-Region

Geschichte der Siedlung

SCHUMANOWKA, ein von Mennoniten 1911 gegründetes Dorf, liegt 30 km nordöstlich von Slawgorod entfernt. Gehörte vor 1917 zum Ujesd Barnaul, Gouvernement Tomsk (Wolost Hortiza, Orlowo). In der Sowjetzeit – Region Altai, Rayon Slawgorod, Deutscher (Oktjabrskij) Rayon. Ist zurzeit Zentrum des Landrats Schumanowka des Deutschen Nationalrayons

Einwohner: 341 (1926), 1148 (1980), 1153 (1987), 1275 (1989), 1305 (1991), 1300 (1995; 54% deutschstämmig), 1424 (2006), 1340 (2014).

Die ersten Siedler stammten  aus dem Schwarzmeergebiet, spätere  Ansiedler kamen aus dem Gebiet Orenburg.   Seinen  Namen erhielt das Dorf zu Ehren von Nikolaj Karlowitsch Schumann, Leiter der Abteilung Umsiedlung und Bodenbestellung des Gebiets Tomsk, von dem für diese Siedlung ein Grundstück aus den Ländereien des Zarenkabinetts zur Verfügung gestellt wurde. Es funktionierte eine Gemeinde der Mennoniten. 1912 wurde eine Schule erbaut, deren erster Direktor Antion Leven wurde.

Im Frühjahr 1924 entstand eine Genossenschaft zur gemeinsamen Bodenbearbeitung und wurde 1925 in die Genossenschaft „Progress“ umgewandelt.  1926  wurde die zweite Genossenschaft „Molnija“ (Blitz) gegründet. In den 1920er Jahren funktionierten   eine Genossenschaft für die Ölherstellung, die für Samen- und Rasseviehzucht, Maschinengenossenschaft, Alphabetisierungsstelle, Lesestube, Grundschule.  1930 wurde eine Genossenschaft gegründet, die später in die Kolchose „Jedinstwo“  („Einheit“; 1934–1961 – Kolchos „Zhdanow“) reorganisiert wurde. 1941 wurden im Dorf die aus dem Wolga-Gebiet deportierten Deutschen untergebracht.

1961-1991 arbeitete die Kolchose „22. Parteitag der KPdSU“, die eine Reihe der Nachbardörfer umfasste. Im Zuge der Vergrößerung der Kolchosen wurden in den 1060er Jahren die Bewohner des Dorfes Krasnoje (früher: Kleefeld, deutschstämmige Mennoniten), Archipowka   (Russen), Konstantinowka (früher: Zimmertal, katholische Deutsche) nach Schimanowka  verlegt. 1991 hieß die Wirtschaft  Landwirtschaftlicher Rasseviehzuchtbetrieb „Schumanowskij“. Der Betrieb betreibt die Milchviehzucht, Schweinezucht, Pelztierzucht, Getreideproduktion. Die Fläche des Ackerlandes beträgt 9518 ha, davon werden 4930 ha für Getreidebau genutzt. Es bestehen ein Milchverarbeitungskomplex, Produktionsstätten für die Herstellung von Sonnenblumenöl, Buchweizen, Mischfutter.

Das Dorf  ist gut ausgestaltet, es werden Gebäude für die Kolchose- und Dorfverwaltung zur Verfügung gestellt. Es gibt Zeremoniensaal, Bethaus,  Kantine / Cafe, Hotel, Sportkomplex, Gesundheitsstützpunkt mit Geburtshilfestelle. Im Dorf arbeitet eine allgemeinbildende Oberschule (Titow-Str. 31). Seit Herbst 1957 wurde in der Schule der Unterricht in Deutsch als Muttersprache wiederaufgenommen. Am 8. Mai  2010 wurde eine Gedenkstätte zum Gedenken der Trudarmisten eröffnet, die im Kampf um die Heimat gefallen und 1943 vor Hunger gestorben sind  (nach einem Entwurf von Vadim Schneider).

2013 kamen ins Dorf 59  Personen aus anderen Regionen an, 16 Familien (82 Personen) wanderten aus.

 

Literaturnachweis:

1) Немцы Алтая (справ.-библиограф. сб.) / Под общ. ред. В.И. Матиса. – Барнаул, 2008. – С. 314–315.

Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2) 2006 [с доп. 2009 года] //  http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php

3) http://www.altlib.ru/185