Redkaja dubrawa (GNADENHEIM, auch Margis)

Altai-Region

Geschichte der Siedlung

REDKAJA DUBRAWA (GNADENHEIM, auch Margis), ein Mennonitendorf, gegründet 1908. Liegt 35 km nordöstlich von Slawgorod. Gehörte vor 1917 zum Ujesd Barnaul, Gouvernement Tomsk (Wolost Orlowo). In der Sowjetzeit – Region Altai, Deutscher (Oktjabrskij) Rayon, Rayon Snamenka,  Rayon Slawgorod.  Ist zurzeit Zentrum des Landrats Radkaja Dubrawa des Deutschen Nationalrayons.

Einwohner: 188 (1911), 261 (1926), 1334 (1980), 1587 (1989), 1601 (1991), 1538 (1995; 39% deutschstämmig), 1639 (2006), 1354 (2014).

Wurde von den Mennoniten, Aussiedlern aus dem Schwarzmeergebiet gegründet. Seinen deutschen Namen erhielt das Dorf nach der Mutterkolonie Gnadenheim. Der Name  „Redkaja Dubrawa“ (dünn bewachsener Eichenwald) stammt laut Angaben der Ortsbewohner vom gleichnamigen Kleinfluss, einer anderen Legende zufolge ist er auf dünn bewachsene Umgebung zurückzuführen. Die Mennonitengemeinde gehörte zur Gemeinde Schumanowka- Kleefeld. Vor der Revolution gab es hier ein Bethaus, es funktionierte eine Schule.

1926–1928 wanderten aus dem Landrat Redkaja Dubrawa 23 Familien (144 Pers.) nach Amerika aus. 1931 entstand die Kolchose „Margis“, 1950 schlossen sich  die Kolchosen „Blücher“ (Dorf Rawnopol), „Margis“ (Dorf Redkaja Dubrawa), „Nowaja Semlja“ (Neuer Boden) (Dorf Otradnoje), „Kaganowitsch“ (Dorf Podsnezhnoje), „Polina Osipenko“ (Dorf Wysokaja Griwa) zur Kolchose „K. Marx“ zusammen, die  neue Wirtschaft hatte ihren Sitz in Redkaja Dubrawa. Zum ersten Vorsitzenden der neuen Kolchose wurde D.A. Dobrynin  (1950–1959), gefolgt von I.I. Bernhard (1959–1961), Ja. A. Unruh (1961–1979), А. Becker (seit 1979). In der Zeit der Kollektivierung und Vergrößerung der Kolchosen  siedelten ins Dorf Redkaja Dubrawa die Bewohner aus den   benachbarten Vorwerken und  Dörfern (Kleefeld, Friedensfeld, Ebensfeld, Liebental (Katholiken) etc. um.  Seit Herbst 1957  wurde in der Schule von Redkaja Dubrawa .der Unterricht von Deutsch als Muttersprache wieder aufgenommen.

1991 ging das Dorf in den Deutschen Nationalrayon ein. Seit 1992 wurde die Kolchose in einen Rasseviehzuchtbetrieb für rote Steppenrasse der Kühe umgewandelt (zurzeit heißt  es   Landwirtschaftliche Genossenschaft – Rasseviehzuchtbetrieb „K. Marx“).  Die Ländereien machen 9943 ha, davon    9627 ha Ackerland aus.  Neben der Viehzucht und dem Pflanzenbau  befasst man sich mit Bienenzucht, es werden Pelztiere gezüchtet, es gibt eine Wachtelfarm. . Die Wirtschaft verfügt über eigene Baustoffbasis mit Ziegelei, Sägemühle, Tischlerwerkstatt sowie über eine Reihe der  Produktionsbetriebe  für die Verarbeitung der Agrarprodukte (Bäckerei, Herstellung von Pflanzenöl, Getreideaufbereitung).

Das Dorf hat  rechteckiges Straßennetz, insgesamt fünf Straßen. Die älteste und größte ist  Oktjabrsklaja Straße. Im Dorf gibt es  allgemeinbildende Oberschule, Kindergarten „Tscheburaschka“,  Dorfambulanz, Kulturhaus, Bibliothek, Zentrum der deutschen Kultur, Kirche, Dienstleistungskomplex, Sportkomplex „Smena“ (Nachwuchs), Kunstschule, Verkaufsläden, Frisiersalon, Cafe „Caprice“.  Im Kulturhaus arbeiten Kunstkollektive:  Tanzensemble „Kredo“ und der Kosakenchor „Kasatschja Wolniza“ (Kosakenfreiheit).  Es gibt einen gepflegten Park.

2006 wurde bei der Schule ein Museum geschaffen, Veranstalter: Ju.F. Maurer und O.A. Genatullina. Darin sind die Gegenstände  aus dem Leben der Deutschstämmigen, Dokumente aus der Vergangenheit, Projektarbeiten der Schüler zu heimatkundlichen  Themen ausgestellt.  Die Exposition ist nach Themen geordnet und berichtet über die Geschichte des Dorfes, der Schule, über die Schicksale der Dorfbewohner in den Jahren  politischer Repressalien  sowie in der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges  In der Dorfbibliothek wurde ebenfalls ein Museumseck eingerichtet, es gibt Alben mit Fotos.  Es gibt ein Lenin-Denkmal.

Am 12. Juni wird der „Tag des Dorfes“ begangen. Den Höhepunkt des festlichen Programms bildet ein  traditioneller Reitwettbewerb. Es entwickelt sich der Agrartourismus.  Das Dorf ist mit dem Rayonszentrum Halbstadt durch  eine Asphaltstraße verbunden.

 

Quellen:

1 ) Немцы Алтая (справ.-библиограф. сб.) / Под общ. ред. В.И. Матиса. – Барнаул, 2008. – С. 313–314.

2) Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с доп. 2009 г.] //  http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php

3) http://www.altlib.ru/185

4) Колхоз из Немецкого национального района держит экзотических животных // http://politsib.ru/news/47744

5) О сельсовете // http://www.admin-nnr.ru/municipalitet/dubrava/oselsovete/istor.htm