Schönwiese
Schönwiese
Altai-Region
Geschichte der Siedlung
SCHÖNWIESE
Das Dorf wurde 1909 von den Mennoniten gegründet und gehörte bis 1917 zum Ujesd Barnaul, Gouvernement Tomsk, (Wolost Orlowo). In der Sowjetzeit gehörte es in der Folge zum Deutschen Bezirk (Wolost Oktjabrskoje), den Bezirken Znamenka, Chabary der Region Altai. Zurzeit ist es Verwaltungszentrum der Landsiedlung Degtjarka des Deutschen Nationalrayons, gelegen 60 km nordöstlich Slawgorods.
Einwohner: 291 (1911), 357 (1926), 1490 (1980), 1906 (1989), 1854 (1991), 1991 (1995; 60% deutschstämmig), 1699 (2006).
Ist genannt nach der Mutterkolonie Schönwiese im Gouvernement Jekaterinoslaw, wurde im Herbst 1914 in Degtjarka umbenannt. Gehörte zur Gemeinde der Mennonitenbrüder Orlowo-Schönwiese. 1911 wurde im Dorf ein Bethaus erbaut. In den 1920er Jahren bestanden hier eine Samen- und eine Rasseviehzuchtgenossenschaft, eine Grundschule.
In der ersten Hälfte April 1930 kam es im Dorf zu Unruhen, die gegen die Kollektivierung gerichtet waren. 1931 entstand die Kolchose „Sowjetischer Ackermann“ (1931–1950), ihr erster Vorsitzender war J.J. Fast. In den Kriegsjahren stand die Kolchose unter Leitung von I. Danjuk (1941–1946), gefolgt von A.A. Funk (1946–1953), J.J. Kretz (1953–1987), R.I. Gass (1988–1992), seit 1993 arbeitet sie unter der Führung von A.P. Peter.
Im Herbst 1957 wurde in der Schule von Degtjarka der Unterricht von Deutsch als Muttersprache wiederaufgenommen.
Seit 1972 bestand die Hauptrichtung der Wirtschaftstätigkeit in der Herstellung von Weizensamen und Sortenerneuerung. Zurzeit besteht der landwirtschaftliche Genossenschaftsbetrieb / Kolchose „Moskau“ und vielseitige Agrarwirtschaft. Die Ländereien umfassen (Stand per 1993) 16 874 ha, einschl. 15 479 ha Ackerland. Seit Mitte der 1970er Jahre arbeitet erfolgreich eine Gänsefarm mit 548 Beschäftigten (Stand: Anfang 2001). Es entwickelt sich die Fleisch- und Milchviehzucht.
Im Dorf gibt es 7 Straßen: Mechanisatorskaja, Majskaja, Nowaja, Lenin-Straße, Molodjozhnaja, Schkolnaja, Jubilejnaja. Alle Dorfbewohner sind mit gut eingerichtetem Wohnraum versorgt, es arbeiten allgemeinbildende Oberschule, Kindergarten „Raduga“ (Regenbogen), Gesundheitsstützpunkt mit Geburtenhilfestelle, Kindermusikschule, Läden, Kulturhaus, Zentrum der deutschen Kultur, Bibliothek. Für sportliche Betätigung gibt es im Kulturhaus eine mit Turngeräten ausgerüstete Sporthalle. Es gibt einen eingerichteten Sommerstandort für Festveranstaltungen sowie Gewässer zum Baden.
1992 wurde im Kulturhaus ein Museumseck eröffnet, in dem die Inneneinrichtung eines deutschen Hauses aus dem 19.-20.Jh. wiedergegeben wird. Vom schulischen Museumseck werden Dorfchroniken geführt. Vor dem Verwaltungsgebäude steht ein Lenin-Denkmal.
Quellen:
1) Герасимов А. ННР: это немножко заграница // http://www.ap.altairegion.ru/177-01/gv.html
2) Немцы Алтая (справ.-библиограф. сб.) / Под общ. ред. В.И. Матиса. – Барнаул, 2008. – С. 305–306.
3) Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с доп. 2009 г.] // http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php
4) Алтайский край. Немецкий национальный район // http://www.altlib.ru/185