Podsosnowo
Podsosnowo
Altai-Region
Geschichte der Siedlung
PODSOSNOWO, ein lutherisches Dorf, gegründet 1894 von den Aussiedlern aus dem Wolga-Gebiet. Befindet sich 40 km nordöstlich von Slawgorod. Gehörte vor 1917 zum Ujesd Barnaul, Gouvernement Tomsk (war seit 1912 Zentrum der Wolost Podsosnowo), in der Sowjetzeit – Region Altai, Rayon Slawgorod, Deutscher (Oktjabrskij) Rayon, Rayon Neu-Alexejewka. Zurzeit: Deutscher Nationalrayon.
Einwohner: 800 (1905), 1379 (1911), 1430 (1917), 1787 (1926), 2277 (1980), 2513 (1989), 2613 (1991), 2436 (1995; 67% deutschstämmig), 2414 (2006), 2155 (2013), 2093 (2014). Podsosnowo ist Geburtsort von Wladimir Fjodorowitsch Henning (1924–1993), Archäologen, Begründer der Swerdlowsker Schule in der Archäologie.
1910–1912 wurden drei Windmühlen, zwei Buttereiwerke, eine Schmiede, ein Verkaufsladen gebaut, es arbeitete ein Markt, es gab 3 Gaststuben. Im Dorf gab es viele Handwerker: Schuster, Walger, Tischler etc. 1912 wurden die Aktivitäten einer Kreditgesellschaft aufgenommen. Die Kirchengemeinde gehörte zur Pfarrei Tomsk-Barnaul. Es existierte eine für Gemeinschaftsmittel erbaute Grundschule (ist in den Akten von 1909 amtlich festgehalten). Am 1. September 1913 nahm eine in der Kompetenz des Bildungsministeriums liegende 2klassige Dorfschule ihren Unterricht auf. Das Gebäude wurde 1913 für die Mittel des Bildungsministeriums und der Siedler-Kanzlei errichtet.
Im September 1918 war Podsosnowo Zentrum des Aufstandes von Slawgorod und Tschernyj Dol gegen die Weißgardisten. 1921 entstand ein Genossenschaftswerk, seit 1928 war es eine Vereinigung selbständiger Bauern „Unsere Wirtschaft“ (Vorsitzender: Eduard Erhard). Im Januar 1923 waren die Wolost Podsosnowo, Noworomanowskoje und Orechowskoje von der Hungersnot erfasst. In Podsosnowo hungerten 710 Personen. Im November 1920 wurde im Dorf eine kommunistische Zelle gebildet. Gegen Mitte der 1920er Jahre funktionierten mehrere genossenschaftliche Vereinigungen: eine Butterei, landwirtschaftliche Kreditgenossenschaft, ein Genossenschaftsladen.
1929 versuchten viele Bewohner von Podsosnowo auszuwandern, kehrten jedoch zurück, nachdem sie nur bis nach Moskau gehen konnten. 1931 wurde die Kolchose „Ackerbauer“ gebildet. 1935 entstanden im Landrat Podsosnowo 2 weitere Kolchosen „Kirow“ und „Kujbyschew“, es wurde eine Maschinen- und Traktorstation (MTS) gegründet. 1950 wurden diese 3 Wirtschaften zur Kolchose „Kirow“ zusammengefasst, deren unabsetzbarer Vorsitzender 1960–1988 F.F. Schneider, Held der Sozialistischen Arbeit (1973,) war. 1981 wurde die Kolchose mit dem Orden „Ehrenzeichen“ ausgezeichnet.
Seit Herbst 1957 wurde in der Schule Podsosnowo der Unterricht von Deutsch als Muttersprache wiederaufgenommen. Im gleichen Jahr zählte die lutherische Gemeinde Podsosnowo 174 Personen.
Die frühere Kolchose, die seit 1992 als staatlicher Rasseviehzuchtbetrieb für die rote Steppenrasse der Kühe bestand (heute heißt sie landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Rasseviehzuchtkolchose „Kirow“), hat ihren Sitz in Podsosnowo. Dies ist eine branchenübergreifende Wirtschaft. Seit den 1990er Jahren verarbeitet sie selbst ihre Agrarprodukte. Es funktioniert eine Wurstproduktion, wurde ein Agrarkomplex aufgebaut, zu dem Butterei, Mühle, Süßwarenproduktion, Herstellung von Teigwaren gehören.. Die Brauerei Podsownowo (1984 eröffnet) produziert neben Bier 15 Arten von Softdrinks. Es gibt eine Butter- und Käseproduktion, wo Butter, Sauersahne, Milch, Quark, Kefir, Joghurt und Eiscreme herstellt werden. Im Ergebnis der Jahre 1996–1999 gehörte die Kolchose zu 300 besten Wirtschaften Russlands.
Zurzeit gibt es im Dorf Gasversorgung, Telefonanschluß, Wasserleitung sowie eine gut entwickelte soziale Struktur mit Kindergärten, Musik- und Kunstschule, Sportschule für Kinder und Jugendliche, Dienstleistungskombinat, Bad und Wäscherei, Kantine, Hotel, Kulturhaus und Zeremonienhaus, Krankenhaus und Tagessanatorium, Sportkomplex, Feierabendheim, Museum und Gemäldegalerie, Zentrum der deutschen Kultur.
Die massenhafte Auswanderung nach Deutschland übte auf die Zusammensetzung der Bevölkerung einen nicht zu übersehenden Einfluss aus. So wanderten bis Herbst 1995 von 50 in der Schule Podsosnowo 1991 tätigen Lehrern 41 Personen aus.
Im Juli wurde das 120jährige Jubiläum des Dorfes begangen.
Quellen:
1) Немцы Алтая (справ.-библиограф. сб.) / Под общ. ред. В.И. Матиса. – Барнаул, 2008. – С. 310–311.
2) Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с доп. 2009 г.] // http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php
4) http://newasp.omskreg.ru/alt_nem/hist_sel.html
5) Мифы, вопросы и другие заметки о пивзаводах России. Подсосново. Алтайский край // http://www.nubo.ru/pavel_egorov/books/podsosnovo.html
6) Колхоз из села Подсосново Немецкого района содержит объекты соцкультбыта, но этим придется пожертвовать, чтобы обеспечить рабочим среднюю зарплату в 10 000 рублей // http://politsib.ru/news/47743
7) Барсуков Ю. Подсосново – настоящая жемчужина Кулундинской степи // Новое время. – 2012. – 27 июля (http://www.nzd22.ru/arch.html?a=1050 )