Krutsch
Krutsch
Gebiet Omsk
Geschichte der Siedlung
KRUTSCH, lutherisches Dorf, gegründet von den Aussiedlern aus dem Wolga-Gebiet, liegt 25 km südlich von Omsk. Gehörte vor 1917 zum Ujesd Omsk des Gebiets Akmola, (Wolost Nowinka / Alexandrowka). In der Sowjetzeit - Gebiet Omsk, Rayon Sosnowka (1924), Nowoomskoje (seit 1929), Asowo (seit 1935), Tawritscheskoje (seit 1963). Zurzeit – Deutscher Nationalrayon Asowo, Landsiedlung Swonarjow Kut.
Einwohner: 178 (1913), 252 (1920), 291 (1926), 149 (1989), 315 (2006), 333 (01.01. 2013).
Die Siedlung wurde als eine Tochtersiedlung des Siedlungsortes Swonarjow Kut gegründet. Über das Gründungsjahr bestehen mehrere Versionen: Laut der frühesten Erwähnung (im Verzeichnis der Siedlungsstätten aus dem Jahr 1926) soll es im Jahr 1893 gewesen sein; laut Angaben der ältesten Ortsbewohner sei es 1896. In den statistischen Dokumenten der Vorrevolutionszeit liegen darüber keine Erwähnungen vor. Anscheinend wurde diese Tochtersiedlung 1906 von jemandem namens Krutsch gegründet. 1913 zählte die Siedlung 22 Gehöfte, 1920 waren es 44 Gehöfte (davon 43 deutschstämmig).
Am 4. Januar 1912 wurde vom Verwalter des Westsibirischen Bildungsbezirks die Eröffnung im Dorf einer lutherischen Schule genehmigt. Am 1. November 1912 nahm die Schule den Unterricht in einem Bethaus auf.
Seit 1920 war das Dorf Zentrum des Landrats Krutsch unter dem Vorsitz von Andrej Schmidt. Mitte der 1920er Jahre entstand eine Konsumgesellschaft, es gab Verkaufsläden. Später entstand eine Genossenschaft zur gemeinsamen Bodenbearbeitung, Maschinengenossenschaft, Genossenschaft für Pflanzenölherstellung. 1929 wurde die Kolchose „3. Internationale“ gegründet. 1939 waren 64 der insgesamt 67 Haushalte des Dorfes Mitglieder der Kolchose .
1951 ging die Kolchose in die Kolchose „K. Marx“ (Sitz im Dorf Swonarjow Kut) ein und 1957 wurde die neue vereinigte Wirtschaft ins Staatsgut „Sosnowskij“ eingegliedert. Der Verlust der Selbständigkeit der Kolchose in Krutsch übte einen großen Einfluss auf die Bevölkerungszahl des Ortes aus. Im Schuljahr 1965/66 zählte die Grundschule 32 Schüler, im Schuljahr 1970/71 waren es 20 und im Schuljahr 1985/86 nur 13. Gleichzeitig veränderte sich in den 1970–80er Jahren der Wohnbestand des Dorfes: Anstelle der Lehmziegelbauten wurden neue Holz- und Backsteinhäuser errichtet.
Die Gründung des Deutschen Nationalrayons Asowo war förderlich für die Wiedergeburt des Dorfes: 1994–1995 zogen hierher 35 deutschstämmige Familien aus Kasachstan. Die Straße vom Dorf ins Gebietszentrum erhielt eine Asphaltdecke, es wurde Wasserleitung verlegt, es neues Schulgebäude errichtet, das 2013 für einen Kindergarten genutzt wurde. Laut Angaben per 1. Januar 2003 funktionierten im Dorf eine Grundschule, eine Bibliothek, ein Klub, ein Privatladen. Am 1. Januar 2013 zählte das Dorf 89 Haushalte.
Literatur:
Бетхер А.Р., Сигутов П.Т. Азовский немецкий национальный район. Краткий очерк по истории территории и населенным пунктам района. – Омск, 2003. – С. 118–120.
Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с доп. 2009 г.] // http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php
http://azov.omskportal.ru/ru/municipal/localAuthList/3-52-201-/poseleniya/zvonarevokutskoe.html