Hauff
Hauff
Gebiet Omsk
Geschichte der Siedlung
HAUFF, ein Dorf, gegründet 20 km südlich von Omsk. Vor 1917 gehörte es zum Gebiet Akmola, Ujesd Omsk, zur Wolost Nowinka / Alexandrowka. In der Sowjetzeit - Gebiet Omsk, Rayon Sosnowka (seit 1924); Nowoomskoje (seit 1929); Asowo (seit 1935); Tawritscheskoje (seit 1963). Zurzeit: Deutscher Nationalrayon Asowo. 2006 schied das Dorf Hauff aus dem Landrat Swonarjow Kut aus und bildete die Landsiedlung Hauff.
Einwohner: 174 (1920, 100% deutschstämmig), 179 (1926), 299 (1939), 330 (1959), 250 (1973), 1258 (1989; 49% deutschstämmig), 1138 (2006).
Als Vorläufer der Siedlung gilt das Vorwerk von Kondrat Kondratjewitsch Hauff (1898), welches 1913 als Tochtersiedlung Swonarjow Kut registriert war. Seit 1920 gilt sie als eine eigenständige Siedlung. In den ersten Jahren der Sowjetmacht gehörte die Siedlung Hauff zum Landrat Krutsch, wurde 1930 zum Landrat Swonarjow Kut zugeordnet. Gehörte zur lutherischen Pfarrei des hl. Johannes (Dorf Alexadrowka).
1928 wurde aus 9 Wirtschaften die Genossenschaft zur gemeinsamen Bodenbearbeitung „3. Internationale“ gegründet (Vorsitzender: F.F. Trigert). 1931 entstand die Kolchose „13 Jahre der Roten Arbeiter- und Bauernarmee“, die laut den Angaben per 1936 46 Gehöfte umfasste. Der erste Vorsitzende der Kolchose war T.T. Zilke. In den Kriegsjahren wurden hier die aus dem Wolga-Gebiet deportierten Deutschstämmigen untergebracht, die lokale erwachsene Bevölkerung wurde zur Arbeitsarmee eingezogen.
1951 wurde die Kolchose „13 Jahre der Roten Arbeiter- und Bauernarmee“ an die Kolchose „K. Marx“ (mit dem Sitz in Swonarjow Kut) angeschlossen, 1957 ging die letztere ins Staatsgut „Sosnowskoje“ als eine Filiale ein. Nach der Auflösung des Rayon Asowo im Jahr 1962 wurde Hauff als „aussichtslos“ eingestuft, was einen starken Bevölkerungsabgang verursachte. Zum Jahr 1973 blieben im Ort 250 Personen übrig, es funktionierten nur eine Grundschule, ein Verkaufsladen, Klub für 50 Plätze, es gab keine Telefonverbindung.
Die Wiedergeburt der Siedlung ist mit der Geschichte der Geflügelfabrik „Isjumowskaja“ verbunden, deren Errichtung 1973 in Angriff genommen wurde. Allein binnen der nächsten fünf Jahre erhöhte sich die Bevölkerungszahl auf das 3.7fache. Zum Jahr 1998 wurden in der Fabrik 1 Mrd. 180 Mio. 862 Tausend Stck. Eier und 14 252 Tonnen Geflügelfleisch produziert. In den Jahren des Bestehens der Geflügelfabrik wurden 21 Tausend qm Wohnraum mit Wasserleitung und Abwasserabführung errichtet, die meisten Wohnungen haben Gasanschluss, es wurde Wasserleitung verlegt und ein Kulturhaus für 400 Plätze gebaut. 1991 wurde ein neues Gebäude der Mittelschule der Bestimmung übergeben.
Seit 2006 begann die aktive Entwicklung des klein- und mittelständischen Unternehmertums. Auf der Basis der Geflügelfabrik. „Isjumowskaja“ wurden die Bauern- und Farmwirtschaften gebildet, die Geflügel- und Schweinezucht betreiben, es entstand die große private Bauernwirtschaft „Semenjuk“, eine Holzbearbeitungsproduktion und andere Kleinunternehmen. Es entwickelt sich erfolgreich die Offene AG „Beschaffungsunternehmen Omsk“ für Butterherstellung. Zurzeit funktionieren im Dorf eine allgemeinbildende Oberschule mit Unterricht von Deutsch als Muttersprache, Filialen einer Kindermusikschule und eines Kinder- und Jugendklubs für Körperkultur, Kindergarten „Teremok“, Rayons-Station junger Techniker, Bibliothek, Kultur-, Freizeit- und Bibliothekszentrum „Jubilejnyj“, Zentrum der deutschen Kultur, 6 private Verkaufsläden, Postamt, Sparkasse.
Literaturnachweis:
1) Бетхер А.Р., Сигутов П.Т. Азовский немецкий национальный район. Краткий очерк по истории территории и населенным пунктам района. – Омск, 2003. – С. 114–118.
2) Гнатенко Э. Гауф принимает гостей. Дни немецкой культуры и искусства // Омск. правда. – 1989. – 11 июня.
3) Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с доп. 2009 г.] // http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php
4) http://azov.omskportal.ru/ru/municipal/localAuthList/3-52-201-1/poseleniya/gaufskoe.html