Nowinka (Neudorf; Siedlungspunkt Martuk)
Nowinka (Neudorf; Siedlungspunkt Martuk)
Gebiet Omsk
Geschichte der Siedlung
NOWINKA (Neudorf; Siedlungspunkt Martuk), lutherisches Dorf, gegründet 1896 30 km südwestlich von Omsk. Gehörte bis 1917 zum Ujesd Omsk des Gebiets Akmola (Wolost Nowinka / Alexandrowka), in der Sowjetzeit – Gebiet Omsk, Rayons Sosnowka, Nowoomskoje, Kaganowitschskij, Uljanowskoje, Asowo und Omskoje. Zurzeit: Deutscher Nationalrayon Asowo, Landsiedlung Sosnowka.
Einwohner: 236 (1897), 532 (1911), 737 (1920), 584 (1926), 753 (1939), 331 (1959), 190 (1989), 174 (2006), 207 (01.01. 2013), 224 (01.01.2014)
Die ersten Siedler trafen hier im Juni 1896 ein. Dabei ging es um die Aussiedler aus dem Gouvernement Samara, die das Wolga-Gebiet 1891 verließen und einige Jahre im Gebiet Orenburg verbrachten. 1895 trafen 9 Familien direkt aus dem Gouvernement Samara ein und arbeiteten ein Jahr lang in Omsk beim Bau der Eisenbahn.
Bis 1899 wurde so viel Land erschlossen, wie man bearbeiten konnte, danach wurden nur eigene Anteile von 5 Desjatin bearbeitet. 1902 wurde ein Getreidevorratslager gebaut, es gab 4 staatseigene Wasserbrunnen (nur 2 davon hatten Süßwasser), Häuser aus Lehm. Als Nebenverdienstquelle galt der Verkauf von Holz. 1913 zählte die Siedlung 50 Haushalte und 297 Einwohner, es funktionierten eine Windmühle von Deckert, die Gewürzkrämer- und Gewebeläden von A.D. Hoffmann und D.W. Lorenz. Das Anteilland der Gemeinde machte 1563 Desjatin aus (1916).
1897 wurde in einem Privathaus eine Lese-/Schreibschule eröffnet und als Lehrer einer der Bauern gewählt. Sie befand sich in einem gemieteten Raum. Als Lehrer war einer der Bauern tätig, der die Kinder auf Deutsch im Lesen und Schreiben unterrichtete. Am 26. September wurde anstelle der Lese-/Schreibschule eine dem Bildungsministerium unterstellte einklassige Dorfschule eröffnet. Im Schuljahr 1914/15 wurde die Schule von 33 Jungen und 20 Mädchen besucht.
Bis 1909 gehörte die Kirchengemeinde zur evangelisch-lutherischen Pfarrei (Sitz in Omsk), nach der Gründung der eigenständigen Pfarrei des hl. Johannes (Sitz in Alexandrowka) bekam sie eine neue Zuordnung.
1920 belief sich die Einwohnerzahl auf ca. 590 Personen, von insgesamt 99 Haushalten waren 96 deutschstämmig, es gab 2 russische und einen ukrainischen Haushalt. Am 24. Februar 1923 wurde auf der Dorfversammlung von Nowinka die Gründung einer Agrargenossenschaft (Erste Genossenschaft von Nowinka) beschlossen, im Januar 1924 entstand die Zweite. Agrargenossenschaft von Nowinka. (23 Haushalte), 1929 entstand eine Reihe der Genossenschaftsvereinigungen: die Genossenschaft zur gemeinsamen Bodenbearbeitung „Roter Ackermann“ (Februar), anstelle der Genossenschaft zur gemeinsamen Bodenbearbeitung wurde im Mai die Agrargenossenschaft „Erster Schritt“ gebildet. Im Herbst 1929 wurde die Kolchose „Roter Stern“ (später „Krasnaja Swesda“) gegründet. Anfang 1936 zählte die Kolchose 135 Haushalte, 639 Personen, für die Aussaat wurden 1070 ha Land genutzt. 1932 wurden eine Graupenmühle, mechanische Mühle mit einer Tagesleistung von 30 Zentner und 1935 eine Tischlerei in Betrieb genommen.
1950 wurde an die Kolchose „Krasnaja Swesda“ die Kolchose „K. Liebknecht“ angeschlossen, im Folgejahr wurde diese vereinigte Wirtschaft in die Kolchose „Clara Zetkin“ eingegliedert (Sitz in Sosnowka). Dies hatte eine Auflösung des Landrats Nowinka zur Folge. Die wirtschaftliche Grundlage von Nowinka bildete zu jener Zeit eine Mastfarm für Rindvieh. Mitte der 1960er Jahre war der soziale Bereich im Dorf durch einen kleinen Klub für 70 Plätze, eine Grundschule (im Schuljahr 1966/67 mit 41 Schülern, 1984/85 mit 13 Schülern), einen Gemischtwarenladen und eine Wanderbibliothek vertreten.
Anfang 2003 zählte das Dorf 50 Haushalte, Anfang 2014 waren es 54. Heute gibt es eine Grundschule, einen Klub, eine Bibliothek, 2 private Läden, eine bäuerliche Farmwirtschaft „Loresch“.
Literaturnachweis:
1) Бетхер А.Р., Сигутов П.Т. Азовский немецкий национальный район. Краткий очерк по истории территории и населенным пунктам района. – Омск, 2003. – С. 158–162.
2) Материалы по переселенческому хозяйству в Степной и Тургайской областях, собр. и разраб. Экспедицией по исследованию Степных областей. Акмолинская облась. Омский уезд. Т. 5. – СПб., 1907.
3) Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с доп. 2009 г.] // http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php
4) http://azov.omskportal.ru/ru/municipal/localAuthList/3-52-201-1/poseleniya/sosnovskoe.html