Swonarew-Kut
Swonarew-Kut
Gebiet Omsk
Geschichte der Siedlung
SWONARJOW KUT (Stahl; Siedlerpunkt Marketaj / Zhermantaj, Meketaj/Zhermantaj, Scharmantaj), ein lutherisches Dorf. Gegründet 1906, liegt 33 km südlich von Omsk. Erhielt seinen Namen nach der Wolga-Kolonie Stahl (Swonarjow Kut); den Namen „Scharmantaj“ verdankt es dem früheren Besitzer der Ländereien. Gehörte vor 1917 zum Ujesd Omsk des Gebiets Akmola, zur Wolost Nowinka / Alexandrowka. In der Sowjetzeit - Gebiet Omsk, Rayon Sosnowka (seit 1924), Nowoomskoje (seit 1929), Asowo (seit 1935), Tawritscheskoje (seit 1963), seit 1992 – Deutscher Nationalrayon Asowo.
Einwohner: 301 (1909), 918 (1920), 675 (1926), 1030 (1939), 1246 (1989), 1271 (2006), 1348 (01.01. 2013).
Das Dorf wurde von den Aussiedlern aus den Gouvernements Samara und Saratow gegründet. Die für die Siedler vorgesehenen Ländereien wurden in 155 Parzellen aufgeteilt, es gab 2 staatseigene Wasserbrunnen. 1909 wurde ein Bethaus gebaut. Vor 1909 gehörte die Kirchengemeinde zu evangelisch-lutherischer Pfarrei Omsk (Sitz in Omsk) und erhielt nach der Gründung der eigenständigen Pfarrei des hl. Johannes (mit Sitz in Alexandrowka) eine neue Zuordnung. Am 3. Oktober 1909 wurde eine lutherische Schule eröffnet, deren Unterricht im Bethaus stattfand. Als Küster (Schulmeister) wurde I.I. Weinert mit einem Jahresgehalt von 250 Rubel gewählt. Zu Beginn des Schuljahres von 1914/15 wurde die Schule von 18 Jungen und 8 Mädchen besucht.
1913 gab es 56 Gehöfte, mehrere Handels- und Produktionsstätten. Besitzer der Gewürzkrämerläden waren G. Klumk, G. Flaum, I. Föller, ferner wurde der Gewürzkrämerhandel von F. Rutgel betrieben, es arbeiteten 3 Windmühlen, Eisenschmiede (Besitzer namens Kreis). 1916 wurde die mechanische Walzenmühle von G. Tschistjakow und Sajapin in Betrieb genommen. Das Anteilland der Gemeinde machte 2475 Desjatin (1909), 2606 Desjatin (1916) aus.
1919 zählten zur Bevölkerung des Dorfes (insgesamt 720 Personen) 43 Kriegsgefangene. 1920 wurden bei der Volkszählung 132 Haushalte und 838 Einwohner registriert. Seit 1920 funktionierte ein Landrat. In der ersten Hälfte der 1920er Jahre entstanden erste genossenschaftliche Vereinigungen, darunter eine Konsumgesellschaft, die Maschinengenossenschaft „Swonarjowkutskoje“ (1926). 1928 entstanden die Genossenschaften zur gemeinsamen Bodenbearbeitung, im März waren es „Roter Stern“, „Roter Ackermann“, „Ackerknecht“; im Juni - „Getreidebauer“; im August – „Eigene Arbeit“. Im Januar 1929 entstand die Genossenschaft der Säer von Swonarjow Kut, im April die Erste Ackerbaugenossenschaft für Kartoffelanbau. Seit 1931 entwickelt e sich die Kolchose „K. Marx“, 1936 vereinigte sie 194 Haushalte und 424 Kolchosbauern. Im Februar 1935 entstand eine Maschinen- und Traktorstation (MTS).
In den Kriegsjahren wurden im Dorf Evakuierte und die aus dem Wolga-Gebiet deportierten Deutschstämmigen untergebracht sowie 2 Kinderheime aufgenommen.
1951 wurden zur Kolchose „K. Marx“ die Kolchosen „13 Jahre der Roten Arbeiter- und Bauernarmee“ (Dorf Hauff) und „3 Internationale“ (Dorf Krutsch) angeschlossen. Im Mai 1951 wurde der Mähdrescherfahrer F.F. Dubs aus der MTS von Swonarjow Kut mit dem Lenin-Orden ausgezeichnet. 1957 wurde die MTS aufgelöst und die Kolchose dem Staatsgut „Sosnowskoje“ übergeben. Swonarjow Kut behielt seinen Landrat und wurde in eine Zweigstelle des Staatsguts umgewandelt. Seit dem 1. Oktober wurde das Staatsgut in den Musterbetrieb „Maschinenversuchsstation“ reorganisiert.
In den 1960er Jahren funktionierten: Gesundheitsstützpunkt mit Geburtshilfestelle mit 3 Betten, Bibliothek mit einem Bücherbestand von 8 Tausend Bänden, Mittelschule (1966 wurde ein neues Gebäude errichtet), Kinderkrippe / Kindergarten. 1975 wurde ein Obelisk zu Ehren der Teilnehmer am Großen Vaterländischen Krieg aufgestellt.
Am 1. April 1991 wurde aus dem Musterbetrieb „Maschinenversuchsstation“ das Staatsgut „Swonarjowkutskij“ ausgegliedert (seit dem 1. Januar 1993 als eine Aktiengesellschaft des geschlossenen Typs, danach als geschlossene Aktiengesellschaft „Swonarjowkutskoje“). Das Unternehmen betreibt Pflanzenbau und Viehzucht, verarbeitet Agrarprodukte (Bäckerei, Wurstproduktion). 2001 gehörte das Unternehmen zu drei besten Agrarunternehmen des Gebiets Omsk, nachdem es einen Getreide-Höchstertrag von 38,6 Zentner pro Hektar erzielte.
2013 zählte das Dorf 368 Haushalte, es arbeitete eine ärztliche Dorfambulanz, ein Kulturhaus, eine neue Schule, 7 Verkaufsläden. Das Dorf ist mit dem Rayons- und dem Gebietszentrum durch eine Straße mit Asphaltdecke verbunden und hat Busverbindung.
Literatur:
1) Бетхер А.Р., Сигутов П.Т. Азовский немецкий национальный район. Краткий очерк по истории территории и населенным пунктам района. – Омск, 2003. – С. 107–114.
2) Весь Омск. Справочник-указатель на 1913 год. – Омск, 1913.
3) Немцы России: населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь / Сост. В.Ф. Дизендорф. – М.: ЭРН, 2006 [с допол. 2009 года] // http://www.wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.php
4) http://azov.omskportal.ru/ru/municipal/localAuthList/3-52-201-1/poseleniya/zvonarevokutskoe.html