Sosnowka (Susannental, Winkelmann)
Sosnowka (Susannental, Winkelmann)
Wolgagebiet
Geschichte der Siedlung
SOSNOWKA (Susannental, Winkelmann), lutherisches Dorf, gegründet am 3. August 1767. Liegt auf dem linken Wolga-Ufer 70 km nordöstlich von Engels. Gehörte vor 1917 zum Kolonistenkreis (seit 1871 Wolost) Panino des Ujesd Nikolajewsk, Gouvernement Samara. In der Sowjetzeit - Kanton Marxstadt, Unterwalden der ASSR der WD. Heute: Dorf Sosnowka des Rayons Marx, Gebiet Saratow, gehört zum Landrat Podlesnoje.
Einwohner: 98 (1767), 86 (1773), 86 (1788; 18 Familien), 112 (1798; 19 Familien), 188 (1816; 28 Familien), 336 (1834; 39 Familien), 495 (1850; 52 Familien), 642 (1859), 1004 (1889), 1032 (1897; 100% deutschstämmig), 1764 (1905), 1883 (1910), 1476 (1920), 1151 (1922), 979 (1926; 100% deutschstämmig), 1194 (1931; 100% deutschstämmig), 718 (1989). Geburtsort des sowjetischen Staatsfunktionärs W.G. Wegner (1895 – nach 1954), eines der Begründer der ASSR der WD.
Werberkolonie von Baron de Beauregard. Gegründet von 36 Familien aus Sachsen und Darmstadt. Genannt nach der Ehefrau des Barons de Beauregard. Wurde 1915 in Sosnowka umbenannt.
Die lutherische Kirchengemeinde gehörte zur Pfarrei Jekaterinenstadt, Bettinger (bis 1820), Näb (Rjasanowka). 1798 gehörten 14 lutherische Familien zur Pfarrei Baratajewka (Bettinger), 2 reformierte Familien zur Pfarrei Jekaterinenstadt, 2 katholische Familien zur Pfarrei Panino. 1798 hatten sie hier keine eigenen Kirchen bzw. Bethäuser. 1873 wurde eine Steinkirche für 1200 Plätze errichtet.
Laut Beschreibung aus dem Jahr 1798 verfielen die bei der Gründung errichteten Wohnbauten. Es gab nur 3 neue Bauten und kein einziges Steingebäude. Hinter den Häusern der Kolonisten lagen Gemüsegärten, fast alle Kolonisten pflanzten Obstbäume an. Es wurden Weizen, Roggen, Hafer ausgesät, Kartoffeln und Tabak angebaut. Seit 1783 wurde das Getreide in die Vorratslager gesammelt, die Getreideüberschüsse wurden in Wolsk verkauft. 1910 gab es 172 Gehöfte, als Anteilland wurden 2445 Desjatin ackerbares und 859 Desjatin unlandiges Land ausgewiesen. Es gab eine Kirche, eine landständische (Semstwo-) und eine Kirchenschule.
Nach der Gründung der Arbeitskommune (des Autonomen Gebiets) der Wolga-Deutschen war Susannental das Verwaltungszentrum des Landrats Susannental des Kantons Marxstadt. 1926 gehörten zum Landrat das Dorf Susannental und das Vorwerk Ochsengraben. Seit dem 1. Januar 1935, nach der Ausgliederung des Kantons Unterwalden aus dem Kanton Marxstadt gehörte das Dorf Susannental zum Kanton Unterwalden der ASSR der WD.
Während der Hungersnot von 1921 wurden 59 Personen geboren, 263 sind gestorben. Laut Angaben der Volkszählung von 1926 zählte das Dorf 172 Haushalte. 1926 funktionierte eine landwirtschaftliche Genossenschaft, ein landwirtschaftlicher Genossenschaftsbetrieb, eine Grundschule.
Im September 1941 wurde die Bevölkerung nach Sibirien deportiert.
Heute hat Sosnowka 6 Straßen: „1. Linie“-Str., Kirow-Str., Lenin-Str, Naberezhnaja, Panfilow-Str., Sowjetskaja. Es ist das Gebäude der Kirchenschule erhalten (Angaben per 2010), das Kirchengebäude wurde zerstört.
Quellen:
1) Geschichte der Wolgadeutschen // http://wolgadeutsche.ru/list/susannental.htm
2) Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.
3) Князева Е.Е., Соловьева Г.Ф. Лютеранские церкви и приходы России. XVIII–XX вв.: Истор. справ.. Ч. 1. – СПб., 2001.
4) Сосновка // http://unterwald.edusite.ru/p118aa1.html
5) Susannental // http://cvgs.cu-portland.edu/settlements/mother_colonies/colony_susannental.cfm