Tawrida

Gebiet Rostow

Geschichte der Siedlung

TAWRIDA (auch Kolonka), 1893 auf eigenem Land gegründetes lutherisches Dorf, dessen Gründer aus den an der Molotschna gelegenen lutherischen Kolonien (Gouvernement Taurien) stammten. Das Land wurde dem Kaufmann und Landbesitzer Lew Tarassow abgekauft.

Gehörte vor 1917 zum Amtsbezirk Maltschewsko-Polnenskaja (Bezirk Donez, Gebiet des Donkosakenheeres) und in sowjetischer Zeit zu den Rayonen Woloschino, Maltschewskaja,  Millerowo bzw. Maltschewsko-Polnenskaja (Gebiet Rostow). In heutiger Zeit Dorf Rogalik (Rayon Woloschino, Gebiet Rostow). 25 km südwestlich von Millerowo am linken Ufer des Flusses Rogalik gelegen. Entwicklung der Einwohnerzahlen: 291 (1904), 250 (1909), 330 (1915), 344 (1920), 318 (davon 299 Deutsche, 1926), 386 (1941). Landfläche: 2.760 Desjatinen (1909).

Die Dorfbewohner gehörten der lutherischen Pfarrgemeinde Rostow-Rynowka an. Die Gottesdienste wurden in den Räumen der örtlichen evangelisch-lutherischen Schule gefeiert.

Die wichtigsten im Dorf angebauten landwirtschaftlichen Kulturen waren Sommerweizen und Gerste sowie in geringerem Umfang Hafer, Roggen und Mais. Abgesehen davon waren der Gemüse- und Obstanbau sowie die Fischzucht recht ausgeprägt (G. Popp). Es gab die Dampfmühle von W.F. Reschke und G. Schamei sowie eine Ziegelei. Darüber hinaus gab es im Dorf einen Laden sowie den Landmaschinenhandel von W.F. Reschke. Im Zeitraum 1918-41 starben im Dorf fünf Personen an Hunger, 31 Personen wurden repressiert oder verbannt. Am 18. September 1941 wurde die gesamte deutsche Bevölkerung des Dorfes (294 Personen) nach Kasachstan deportiert.

 

Quellen:

  • Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.
  • Чарпухова В. К. Таврида// Донской временник. Год 2013-й . URL: http://www.donvrem.dspl.ru//Files/article/m1/10/art.aspx?art_id=1247