RU DE

Baskatowka (Kind, Baskakowka, Gorelowa)

Geschichte der Siedlung
Wirtschaftsbauten
Öffentliche Bauten
Zentrum der nationalen Kultur
Musikgruppen

BASKATOWKA (Kind, Baskakowka, Gorelowa), ein lutherisches Dorf, gegründet 1767 von den Auswanderern aus Österreich, Darmstadt, Sachsen und Dänemark. Liegt auf dem linken Wolga-Ufer, am Fluss Wolozhka, 70 km nordöstlich der Stadt Engels. Gehörte bis  1917  zum Kolonistenbezirk Panino  des Ujezd Nikolajewsk, Wolsk des Gouvernements Samara;  Wolost Rjasanowka / Panino, in der Sowjetzeit zur ASSR der Wolga-Deutschen, Kantonen Unterwalden / Marxstadt, Bezirk Panino (Schönchen). Zurzeit gehört das Dorf Baskatowka zur Landsiedliung Podlesnowskoje des Bezirks Marx, Gebiet Saratow.

Einwohner:  111 (1769), 140 (1773), 137 (1788; 24 Familien), 166 (1798; 48 Familien), 290 (1816; 41  Familien), 502 (1834; 63 Familien), 815 (1850; 91 Familien), 964 (1857; 89 семей), 822 (1859), 1315 (1889), 1592 (1897; 100% deutschstämmig), 2388 (1905), 2847 (1910), 2314 (1920; 100% deutschstämmig), 1732 (1922), 1599 (1923), 1717 (1926; 100% deutschstämmig), 2395 (1931; 100% deutschstämmig).

Die Kolonie wurde von Baron Beauregard gegründet, genannt nach dem  Vize-Präsidenten der Treuhandkanzlei für auswärtige Angelegenheiten W. G. Baskakow. Seinen  anderen Namen erhielt die Kolonie nach dem Kolonievorsteher August Gottfried Kind.  Ursprünglich  wurde sie am Fluss Malyj Karaman angelegt, 1770 in eine günstigere Lage verlegt. Unter den Begründern waren 39 Familien. In den Verzeichnissen der Haushalte sind eingetragen: August Gottfried Kind, Johann Martin Rub, Johann Bernhard Gerber, Johann Michael Gerber, Johann Georg Langolf, Johannes Selzer, Johannes Schmidt, Friedrich Felk, Johann Kasper Rot, Dietrich Bepelhaump, Johannes Michael Sterz, Nikolaus Volgard, Georg Peter Kespel, Gottlieb Watanbach, Johannes Praus, Jacob Langolf, Elisabeta Albert, Johann Friedrich Emrich, Christian Adam Gapel, Andreas Los, JOnhann heinrich Rempe, Johann Philipp Schneider, Johann Adam Machalay.

Die Kirchengemeinde gehörte zur Pfarrei Jekaterinenstadt, dann zu Böttinger und Näb. Eine Holzkirche wurde 1808 erbaut, 1875 für 1200 Plätze ausgebaut, erhielt ein Fundament aus Stein. 1917 gab es einen Glockenturm aus Holz. Es funktionierten eine Gemeinde- und eine landständische Schule. 1881 zählte die Kirchengemeindeschule 278 Schüler (138 Jungen und 140 Mädchen), die landständische Schule wurde von 42 Schälern besucht. Das Gebäude der landständischen Schule für 2 Klassen  wurde 1907 errichtet.

1857 lebten dort  87 Familien, davon 497 Männer, auf jeden von ihnen entfielen ca.  5,4 Desjatin Land. Insgesamt betrug die Fläche von Anteilland  2867 Desjatin. Es gab eine Butterei (laut Angaben von  1890). 1909 wurden 135 Personen geboren, 54 Personen sind gestorben. 1910 gab es  251 Gehöfte mit einer Bevölkerungszahl von 2847 Personen (1466 Männer und 1381 Frauen). Über das Anteilland liegen folgende Angaben vor: günstig ackerbares Land: 4266 Desjatin, unlandiges Land: 704 Desjatin.

Nach der Gründung der Arbeitskommune (des autonomen Gebiets)  der Wolga-Deutschen wurde das Dorf Kind zum Verwaltungszentrum der Landratsgemeinde Kind, Kanton Marxstadt.  1926 gehörten zur Landratsgemeinde Kind das Dorf Kind, die Anwesen Holzgraben, Kelke, Brunnengraben. Seit dem 1. Januar  1935, nach der Ausgliederung des Kantons Unterwalden aus dem Kanton Marxstadt und bis zur Auflösung der ASSR der Wolga-Deutschen gehörte das Dorf Kind zum Kanton Unterwalden  der ASSR der Wolga-Deutschen.

Während der Hungersnot von 1921 wurden 219 Personen geboren, 631 Personen sind gestorben. Nach Angaben der Volkszählung von 1926 zählte das Dorf 277 Haushalten mit einer Bevölkerungszahl von  1717 Personen (846 Männer und 871 Frauen), davon machte die deutschstämmige Bevölkerung 1711 Personen (841 Männer und 870 Frauen) aus,  die Zahl der Haushalten belief sich dabei auf  274.

In den 1920er Jahren bestanden im Dorf ein Genossenschaftsladen, eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, eine Grundschule und eine Lesestube. In den 1930er Jahren  arbeitete die Maschinen- und Traktorenstation von Kind. Letzter Direktor  der hiesigen Mittelschule war Johann Andrejewitsch Sprenger.

Im September 1941 wurde die Bevölkerung der ASSR der Wolga-Deutschen nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Im November 1941 wurden  ins Dorf Kind die Bewohner der Dorfes Golodajewo, Bezirk Starobelsk, Gebiet Lugansk, verlegt, im September 1943 begann der Schulunterricht. 1942 wurde die Landratsgemeinde Kind in  Landratsgemeinde Baskartowka umbenannt.  Frühere deutsche Straßennamen erhielten ebenfalls neue Namen: So heißt jetzt die frühere Kirchenstraße „Tschapajew-Straße“, die frühere Landstraße erhielt den Namen „Marx-Straße“, die frühere „Wasserroy“ (Wasserstraße) trägt jetzt den Namen von Gagarin. Eine der Straßen des Dorfes wurde nach dem Bewohner des  Dorfes, Helden der sozialistischen Arbeit W.S. Reschetnjak genannt. 1982 wurde ein neues Schulgebäude errichtet. Seit 1988 arbeitet im Dorf eine allgemeinbildende Oberschule. Im alten Gebäude der deutschen Schule befindet sich eine Grundschule.

 

Quellen:

1)    Князева Е.Е., Словьева Г.Ф. Лютеранские церкви и приходы России. XVIIIXX вв.: Истор. справочник. Ч. 1. – СПб., 2001.

2)    Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.

3)    http://wolgadeutsche.ru/list/kind.htm

4)    Село Баскатовка Маркского района Саратовской области. Бывшая немецкая колония Баскаковка (Кинд) // http://www.myshared.ru/slide/691356/

Сайт МОУ СОШ с. Баскатовка // http://baskatovskool.edusite.ru/p2aa1.html