Rjasanowka (Näb, Resanowka)
Rjasanowka (Näb, Resanowka)
Wolgagebiet
Geschichte der Siedlung
RJASANOWKA (Näb, Resanowka), lutherisch-reformiertes Dorf, gegründet am 13. Juli 1767, liegt auf dem linken Wolga-Ufer beim Fluss Grjasnucha 70 km nordöstlich von Engels. Gehörte vor 1917 zum Kolonistenkreis Panino (seit 1871 – Wolost Panino, Rjasanowka) des Ujesd Nikolajewsk, Gouvernement Samara. In der Sowjetzeit – Rayon Panino (Schönchen), Kanton Marxstadt, Unterwalden der ASSR der WD. Heute gehört das Dorf Rjasanowka des Rayons Marx, Gebiet Saratow, zur Landsiedlung Poslesnoje.
Einwohner: 169 (1769), 86 (1773), 199 (1788; 37 Familien), 240 (1798; 39 Familien), 360 (1816; 52 Familien), 746 (1834; 89 Familien), 1066 (1850; 122 Familien), 1027 (1859), 1454 (1883), 1593 (1889), 1834 (1897; 1833 deutschstämmig), 2545 (1905), 2600 (1910), 2327 (1920), 1649 (1922), 1472 (1923), 1618 (1926; 1617 deutschstämmig), 1893 (1931; 1889 deutschstämmig).
Werberkolonie von Baron de Beauregard. Gegründet von 44 Familien aus Hanau, Württemberg und Elsaß. Angelegt am Fluss Malyj Karaman, wurde 1770 in eine günstigere Lage verlegt. Genannt nach dem Oberrichter der Tutel-Kanzlei Saratow, Brigadier Iwan Resanow.
Die Kirchengemeinde gehörte zur Pfarrei Jekaterinenstadt, Bettinger. 1820 wurde eine eigenständige Pfarrei ausgegliedert. 1818 wurde eine Holzkirche errichtet, 1872 aus Holz für 1300 Plätze umgebaut, 1913 renoviert. 1829 entstand ein Pastorat (1893 grundsätzlich umgebaut). In der Kolonie gab es ein Bethaus. Zum Immobilienbesitz der Kirche gehörte 1917 ein Glockenturm aus Holz. Erster Pastor war David Flitner (1820–1830).
1910 gab es in Rjasanowka 258 Gehöfte, es wurde Anteilland von 5291 Desjatin ackerbares und 525 Desjatin unlandiges Land ausgewiesen. Zur Wolost gehörten das Dorf Rjasanowka sowie Unterwalden, Susannental, Baskakowka, Brockhausen und Hockerberg. Im Dorf befand sich die Wolost-Verwaltung, 2 Schulen, eine Versorgungsanstalt.
Nach der Gründung der Arbeitskommune (des Autonomen Gebiets) der Wolga-Deutschen wurde Näb zum Verwaltungszentrum des Landrats Näb, Kanton Marxstadt. 1926 gehörten zum Landrat das Dorf Näb, die Vorwerke Birkengraben, Dammgraben, Kelke. Seit dem 1. Januar 1935, nach der Ausgliederung des Kantons Unterwalden aus dem Kanton Marxstadt, und bis zur Auflösung der ASSR der WD in 1941 gehörte das Dorf Näb zum Kanton Unterwalden der ASSR der WD.
Im September 1941 wurde die deutschstämmige Bevölkerung in den Osten deportiert.
Während der Hungersnot wurden 84 Personen geboren und 330 Personen sind gestorben. 1926 funktionierte ein Genossenschaftsladen, eine landwirtschaftliche Genossenschaft, eine Grundschule.
Heute hat das Dorf 6 Straßen: K. Marx-Str., Molodjozhnaja, Naberezhnaja, Sadowaja, Friedensstraße, Stepnaja. Nach Angaben der Regionalplanung bezifferte sich die Bevölkerung von Rjasanowka 1212 mit 479 Personen. Durch Rjasanowka verläuft die föderale Autostraße R226. Es gibt keine entwickelte Infrastruktur, die wesentlichen Behörden haben ihren Sitz im Nachbardorf Baskatowka.
Quellen:
1) Князева Е.Е., Соловьева Г.Ф. Лютеранские церкви и приходы России. XVIII–XX вв.: Истор. справ. Ч. 1. – СПб., 2001.
2) Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.
3) Geschichte der Wolgadeutschen // http://wolgadeutsche.ru/list/naeb.htm
4) Большая саратовская энциклопедия // http://saratovregion.ucoz.ru/region/marksovskiy/ryazanovka.htm