Tempelhof
Tempelhof
Ziskaukasien
Geschichte der Siedlung
TEMPELHOF (Prikumskoje; auch Jeruslanowka), im Jahr 1863 gegründetes lutherisches und mennonitisches Dorf, dessen Gründer aus der an der Molotschna gelegenen Kolonie Gnadenfeld stammende Mennoniten waren (Angehörige der „Tempelgesellschaft“ und „Freunde Jerusalems“).
Gehörte vor 1917 zu den Amtsbezirken Kaglynskoje bzw. Nagutskoje (Bezirk Alexandrow/ Pjatigorsk, Gouvernement Stawropol) und in sowjetischer Zeit zum Rayon Mineralnyje Wody (Region Ordschonikidse, heute Region Stawropol). 30 km westlich von Mineralnyje Wody am linken Ufer des Flusses Kuma gelegen. Entwicklung der Einwohnerzahlen: 100 (1873), 88 (1880), 400 (1905), 414 (1909), 986 (1920), 1.195 (davon 399 Deutsche, 1926).
Tempelhof war eines der ersten im Nordkaukasus gelegenen deutschen Dörfer, das in größerem Maßstab Weinanbau betrieb. Für die Weiterverarbeitung des Getreides gab es im Dorf zwei Mühlen.
Die in Tempelhof ansässige mennonitische Gemeinde verfügte für die Feier ihrer Gottesdienste über ein eigenes Bethaus. Ein Teil der Bewohner gehörte der lutherischen Pfarrgemeinde Pjatigorsk an. Im Dorf gab es eine Grundschule. Im Jahr 1895 wurde ein privates Progymnasium eröffnet, das aber später wegen eines Konflikts mit den Behörden wieder geschlossen wurde. Im Jahr 1897 verließen 30 Familien das Dorf und gründeten die neue Kolonie Tempelhof.
Im Jahr 1926 war das Dorf Zentrum eines Dorfsowjets.
Quellen:
- Безносова О.В. Екатеринославская губерния: Тerra incognita евангельского движения в Российской империи (середина XVIII в. - 1917 г.): монография / Оксана Безносова; под общ. ред. В. Фаста. - Steinhagen : Samenkorn, 2014
- Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011