Bujerak (Brockhausen; Alexandrowskoje, Hummel)
Bujerak (Brockhausen; Alexandrowskoje, Hummel)
Wolgagebiet
Geschichte der Siedlung
BUJERAK (Brockhausen; Alexandrowskoje, Hummel), lutherisch-reformiertes Dorf, gegründet 1767. Liegt auf dem linken Wolga-Ufer 62 km nordöstlich von Engels entfernt. Gehörte 1917 zum Kolonistenkreis Paninskaja, Ujesd Nikolajewsk, Gouvernement Samara (Wolost Rjasanowka / Paninskaja). In der Sowjetzeit gehörte es zur ASSR der WD, Kanton Paninskaja (Schönchen) / Marxstadt. Gehört zurzeit zur Landsiedlung Podlesnowo, Rayon Marx, Gebiet Saratow.
Einwohner: 109 (1769), 86 (1773), 107 (1788; 23 Familien), 142 (1798; 35 Familien), 243 (1816; 34 Familien), 431 (1834; 47 Familien), 567 (1850; 64 Familien), 645 (1857; 69 Familien), 666 (1859), 757 (1883), 999 (1889), 1044 (1897; 100% deutschstämmig), 1438 (1905), 1572 (1910), 1396 (1920), 780 (1922), 771 (1926; 100% deutschstämmig), 990 (1931; 988 deutschstämmig).
Werberkolonie von Baron de Caneau de Beauregard. Erhielt ihren Namen nach dem Schloss des Barons in Holland. Die Siedlung wurde am Fluss Malyj Karaman gegründet, 1770 in eine günstigere Lage verlegt. Das Dorf wurde gegründet von 32 Familien, die aus Dessau, Preußen, Hessen und Sachsen stammten.
Die Kirchengemeinde gehörte zur Pfarrei Jekaterinenstadt, später Bettinger und Näb. 1857 wurde eine Kirche aus Stein für 400 Plätze errichtet. Auf Beschluss des Innenministers wurde das alte Kirchengebäude auf Abbruch verkauft. Für die Errichtung eines neuen Steingebäudes pachtete die Gemeinde 28 Desjatin Land für 12 Jahre. 1917 hatte die Kirche in ihrem Besitz solche Immobilien wie ein Glockenturm aus Holz und ein 1818 errichtetes hölzernes Bethaus.
1857 entfielen laut Angaben der Bevölkerungsprüfung pro Kopf (334 Männer) 6,5 Desjatin Land. Als Nebengewerbe war das Strohflechtgewerbe entwickelt. 1910 zählte das Dorf 250 Gehöfte mit 1572 Einwohnern (780 Männer und 792 Frauen). Die Gemeinde verfügte über 3471 Desjatin ackerbaufähiges und 410 Desjatin unlandiges Land.
Nach der Gründung der Arbeitskommune (des Autonomen Gebiets) der Wolga-Deutschen in 1918 bis zur Auflösung der ASSR der WD in 1941 galt das Dorf Brockhausen als Verwaltungszentrum des Landrates Brockhausen, Kanton Marxstadt. 1926 gehörten zum Landrat Brockhausen das Dorf Brockhausen und das Vorwerk Gelenteich.
Während der Hungersnot von 1921 wurden 42 Personen geboren, 291 sind gestorben. Laut der Volkszählung von 1926 wohnten im Dorf ausschließlich Deutschstämmige und zählten 148 Haushalte mit 771 Personen (385 Männer und 386 Frauen). In den 1920er Jahren gab es hier einen Genossenschaftsladen, eine Grundschule. In den 1930er Jahren wurde die Kolchose „Freiheit“ gegründet. Breite Beliebtheit genoss ein Laien-Streichorchester unter Leitung des Eisenschmiedes Solomon Schwenk.
Im September 1941 wurde die Bevölkerung der ASSR der WD nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Am 2. Juli 1942 wurde der Landrat Brockhausen in Landrat Bujerak umbenannt.
Nach Angaben der regionalen Planung lebten 2012 in Bujerak 94 Personen.
Источники
1) Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.
2) Князева Е.Е., Соловьева Г.Ф. Лютеранские церкви и приходы России. XVIII–XX вв.: Истор. справочник. Ч. 1. – СПб., 2001.