Michelsdorf

Ziskaukasien

Geschichte der Siedlung

MICHELSDORF (Michajlowka; auch Michaelsdorf, Wladikawkaskaja), im Jahr 1861 gegründetes lutherisch-reformiertes Dorf, dessen Gründer 27 aus dem Gouvernement Saratow stammende deutsche Familien waren. Benannt zu Ehren des Generalgouverneurs des Kaukasus Großfürst Michail Nikolajewitsch.

Gehörte vor 1917 zum Bezirk Wladikawkas (Gebiet Terek) und in sowjetischer Zeit zu den Rayonen Prawobereschny bzw. Dsaudschikau (ASSR Nordossetien). Heute Dorf Michajlowskoje (Rayon Prigorodny, Republik Nordossetien). Seit 1867 ist die ursprünglich in unmittelbarer Nähe von Wladikawkas angelegte Ortschaft 10 km nördlich der Stadt gelegen. Entwicklung der Einwohnerzahlen: 160 (1871), 297 (1874), 442 (1883), 513 (1889), 724 (davon 713 Deutsche, 1897), 750 (1905), 870 (1911), 1.155 (1914), 1.117 (1918), 1.422 (davon 1.383 Deutsche, 1926). Landfläche: 1.250 Desjatinen.

Die Bewohner von Michelsdorf gehörten der lutherischen Pfarrgemeinde Wladikawkas an.

Neben dem Getreideanbau wurde im Dorf Viehzucht, Milchwirtschaft, Gemüseanbau und Gartenbau betrieben. Im Jahr 1912 gab es in Michelsdorf die Dampfmühlen von I.A. Meier und P.P. Neuberg, eine Ziegelei (Mauer- und Dachziegel), drei Schmieden sowie die Verbraucherkooperative „Ökonomie“.

1926 war Michelsdorf Zentrum eines Dorfsowjets.

Im Herbst 1941 wurde die gesamte deutsche Bevölkerung der Siedlung in die östlichen Landesteile der UdSSR deportiert.

 

Quellen:

  • Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.