Martinsfeld
Martinsfeld
Ziskaukasien
Geschichte der Siedlung
MARTINSFELD (Martynowskoje), im Jahr 1868 gegründetes lutherisches und baptistisches Dorf, dessen Gründer aus den deutschen Kolonien der Schwarzmeerregion und des Wolgagebiets stammten. Der Name geht auf den Familiennamen des früheren Besitzers des Landes Martyn zurück.
Gehörte vor 1917 zu den Amtsbezirken Blagodatnoje bzw. Pelagiada (Bezirk Stawropol, Gouvernement Stawropol) und in sowjetischer Zeit zu den Rayonen Spakowski/ Michailowsk, Petrowskoje bzw. Winodelnoje/ Ipatowo (Region Ordschonikidse). Heute gehört das 70 km nordöstlich von Stawropol am rechten Ufer des Flusses Bolschaja Kugulta gelegene Dorf Martynowka zum Rayon Ipatowo (Region Stawropol). Entwicklung der Einwohnerzahlen: 223 (1868), 256 (1873), 220 (1880), 223 (1897), 317 (1904), 420 (1909), 394 (1911), 390 (1917), 517 (1920), 471 (davon 429 Deutsche, 1926). Landfläche: 2.018 Desjatinen (1868).
Hauptbeschäftigungsfeld der Bewohner war der Weizen- bzw. Getreideanbau. Die Ernte wurde an den Stationen der Eisenbahnstrecke Rostow-Wladikawkas sowie zum Teil an sogenannte „Aufschütter“ verkauft, die das Getreide nach Rostow oder Noworossijsk brachten, von wo es ins europäische Ausland bzw. in die Türkei exportiert wurde.
Die Dorfbewohner gehörten größtenteils der lutherischen Pfarrgemeinde Stawropol an. Die Gottesdienste wurden in einem eigenen Bethaus abgehalten. Ein Teil der Dorfbewohner waren Baptisten, die ebenfalls über ein eigenes Bethaus verfügten.
Im Jahr 1926 gab es im Dorf eine Grundschule und eine landwirtschaftliche Kooperationsgenossenschaft.
Quellen:
- Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011