Kanowo
Kanowo
Ziskaukasien
Geschichte der Siedlung
KANOWO (Alt-Kana; auch Konowo, Kana, Kanaan, Staro-Kanowo), im Jahr 1844 gegründetes lutherisches und baptistisches Dorf, dessen Gründer 180 aus dem Wolgagebiet stammende Familien waren. Der Name geht auf die im Wolgagebiet gelegene Kolonie Kano (Caneau) zurück. Den ungewohnten klimatischen Bedingungen fielen in den Jahren 1844-67 insgesamt 747 Personen zum Opfer.
Vor 1917 war Kanowo Zentrum des gleichnamigen Amtsbezirks, der wiederum zu verschiedenen Zeiten zu den im Gebiet Terek gelegenen Kreisen Mosdok, Naltschik, Georgijewsk bzw. Pjatigorsk sowie zu den Bezirken Nowogrigorjewskoje bzw. Kisljar gehörte. In sowjetischer Zeit war Kanowo Teil der Rayone Sowjetski, Kurskaja bzw. Prochladny (Region Ordschonikidse). Heute gehört das 40 km nordwestlich von Mosdok gelegene Kanowo zum Rayon Kurskaja (Region Stawropol). Entwicklung der Einwohnerzahlen: 345 (1859), 575 (1874), 612 (1883), 813 (1889), 1.141 (davon 1.117 Deutsche, 1897), 1.516 (1905), 2.597 (1914), 1.149 (davon 976 Deutsche, 1926). Landfläche: 11.688 Desjatinen und 2.000 Quadratsaschen, davon 11.518 Desjatinen und 1.810 Quadratsaschen landwirtschaftliche Nutzfläche und 14 Desjatinen Wald.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden von Kanowo aus in der Umgebung gelegene Gehöftsiedlungen gegründet, deren größte Morgentau (1.320 Desjatinen Land, 22 Höfe), Neu-Kana (1.200 Desjatinen Land, 25 Höfe) und Eigenheim (1.303 Desjatinen Land, 16 Höfen) waren.
Die Bewohner von Kanowo gehörten mehrheitlich der lutherischen Pfarrgemeinde Pjatigorsk an, es gab aber auch einige baptistische Familien. 1881 wurde im Dorf eine lutherische Filialkirche errichtet.
Neben der Landwirtschaft waren auch zahlreiche Bewohner in Handwerk und Gewerbe tätig. So gab es im Jahr 1914 in Kanowo zwei Ziegeleien (für Mauer- und Dachziegel), die Dampfmühle von F.G. Artes, einige Schmieden sowie Sattler-, Stellmacher- und Schneiderwerkstätten. Im Handelssektor gab es zudem neun Kurzwaren- und drei Schnittwarenläden sowie eine Weinkellerei und einen Bierverkauf.
1926 war Kanowo Zentrum des gleichnamigen Dorfsowjets. Es gab eine Grundschule und eine Lesehütte sowie einen Genossenschaftsladen. 1941 wurde die gesamte deutsche Bevölkerung des Dorfes in die östlichen Landesteile der UdSSR deportiert.
Quellen:
- Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.
- Терещенко А.Г., Черненко А.Л. Российские немцы на Юге России и Кавказе. Энциклопедический справочник. Ростов н/Д ; ООО Ростиздат, 2000.