Dawsunskoje
Dawsunskoje
Ziskaukasien
Geschichte der Siedlung
DAWSUNSKOJE (auch Dowsun), im Jahr 1880 gegründetes lutherisches Dorf, dessen Gründer aus der Schwarzmeerregion und dem Wolgagebiet stammende Deutsche waren. Das Dorf bestand aus den vier Siedlungen Wilhelmshöhe, Hermannsburg, Johannisheim und Karlsruhe.
Gehörte vor 1917 zu den Amtsbezirken Dawsunskoje bzw. Praskoweja (Bezirke Blagodarnoje bzw. Nowogrigorjewskoje, Gouvernement Stawropol) und in sowjetischer Zeit zu den Rayonen Burlazkoje bzw. Blagodarnoje (Region Ordschonikidse). Heute gehört das 153 km östlich von Stawropol am Fluss Mokraja Buiwola gelegene Dorf Iskra zum Rayon Budjonnowsk (Region Stawropol). Entwicklung der Einwohnerzahlen: 62 (1880), 1.974 (davon 1.891 Deutsche, 1897), 2.294 (1903), 4.527 (1909), 4.474 (1914), 3.295 (1918), 2.927 (davon 2.700 Deutsche, 1926). Landfläche: 4.800 Desjatinen.
Die Bewohner gehörten größtenteils der lutherischen Pfarrgemeinde Stawropol an. Die Gottesdienste wurden in einem eigenen Bethaus abgehalten. Ein Teil der Dorfbewohner waren Baptisten und Katholiken, die ebenfalls über eigene Bethäuser verfügten.
Neben dem Ackerbau wurde in der Siedlung Milchwirtschaft, Schafzucht und Obstbau betrieben. Im Dorf gab es die Mühle von I. Axt, einen Lebensmittel- und einen Gemischtwarenladen.
In den Jahren des Bürgerkriegs wurde der Dawsuner Siedlungskomplex durch von Banditen verübte Überfälle, die Requirierungsmaßnahmen der neuen Machthaber sowie verschiedene durch Dawsun ziehende Miltäreinheiten schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Im Jahr 1926 war das Dorf Zentrum eines Dorfsowjets. Es gab vier Grundschulen, eine Lesehütte sowie einen Agitprop-Punkt („Rote Ecke“). In den 1930er Jahren wurde in Dawsun die Kolchose „Bolschewistischer Funke“ gegründet. Im Jahr 1941 wurde die gesamte deutsche Bevölkerung des Dorfes in die östlichen Landesteile der UdSSR deportiert.
Quellen:
- Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.
- Терещенко А.Г., Черненко А.Л. Российские немцы на Юге России и Кавказе. Энциклопедический справочник. Ростов н/Д ; ООО Ростиздат, 2000.