Bethel

Ziskaukasien

Geschichte der Siedlung

BETHEL (Iwaschenko), im Jahr 1878 auf eigenem Land gegründete evangelisch-lutherische Ortschaft, deren Gründer 13 Familien waren, bei denen es sich um Anhänger des Predigers Samuel Gottfried Christoph Cloeter handelte. Ihnen schlossen sich mit der Zeit weitere aus den Gouvernements Cherson, Taurien und Samara stammende deutsche Familien an.

Gehörte vor 1917 zu den Amtsbezirken Solotarjowka bzw. Blagodatnoje (Bezirk Stawropol, Gouvernement Stawropol) und in sowjetischer Zeit zu den Rayonen Ipatowo bzw. Winodelnoje (Region Ordschonikidse). 80 km nordöstlich von Stawropol am linken Ufer des Flusses Bolschaja Kugulta gelegen. Entwicklung der Einwohnerzahlen: 85 (1897), 142 (1904), 108 (1909), 223 (1917), 190 (1920), 183 (davon 181 Deutsche, 1926). Landfläche: 570 Desjatinen.

Ein Großteil der Bevölkerung war in der Landwirtschaft tätig (Ackerbau und Viehzucht). Alle Bewohner hatten eigene Obst- und Gemüsegärten. Im Dorf wurden Sommer- und Winterweizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Flachs und Senf angebaut.

Zur Zeit des Bürgerkriegs wurde die Siedlung stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Teil der Häuser und Wirtschaftsbauten wurde niedergebrannt. Einige Bewohner flüchteten aus Bethel in ihre an der nördlichen Schwarzmeerküste und im Wolgagebiet gelegenen Heimatsiedlungen. Die erlittenen Verluste konnten erst Ende der 1920er Jahre wieder aufgeholt werden. Im Jahr 1941 wurde die gesamte deutsche Bevölkerung der Siedlung Bethel in die östlichen Landesteile der UdSSR deportiert.

 

Quellen:

  • Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.
  • Терещенко А.Г., Черненко А.Л.  Российские немцы на Юге России и Кавказе. Энциклопедический  справочник. Ростов н/Д ; ООО Ростиздат, 2000.