Alexandrodar
Alexandrodar
Ziskaukasien
Geschichte der Siedlung
ALEXANDRODAR (Alexanderfeld; auch Unterdorf), im Jahr 1863 gegründete brüdermennonitische Kolonie, deren Gründer 67 aus der Kolonie Gnadental (Molotschnaer Mennonitenbezirk, Gouvernement Taurien) stammende Familien waren. Benannt zu Ehren des Zaren Alexander II. Der zweite Name „Unterdorf“ geht auf die geographische Lage der Kolonie in einer unterhalb der benachbarten Mennonitenkolonie Welikoknjascheskoje gelegenen Senke zurück.
Gehörte vor 1917 zum Amtsbezirk Welikoknjascheskoje (Bezirk Batalpaschinskaja, Gebiet Kuban) und in sowjetischer Zeit zum Liebknecht-Rayon bzw. zum Rayon Newinnomyssk (Region Ordschonikidse). Heute gehört die 45 km südwestlich von Stawropol gelegene Ortschaft zum Dorf Kotschubejewskoje (Rayon Kotschubejewskoje, Region Stawropol). Entwicklung der Einwohnerzahlen: 442 (1882), 734 (1894), 761 (davon 704 Deutsche, 1897), 910 (1906), 950 (1912), 938 (1917), 1.096 (davon 970 Deutsche, 1926). Landfläche: 1.965 Desjatinen (1911).
Die Wirtschaft der Siedlung war vielseitig ausgerichtet. Neben dem Getreideanbau wurden in Alexandrodar Milchwirtschaft, Pferdezucht, Obst- und Weinanbau sowie Handel betrieben. Für die Verarbeitung von Agrarprodukten gab es eine Käserei, eine Butterei sowie die Dampfmühle von J. und G. Herzog und P. Dekker (1902). Auch das Handwerk war stark vertreten. So gab es in der Siedlung Schmiede-, Schlosser-, Schuhmacher-, Schneider-, Stellmacher-, Böttcher- und Glaserwerkstätten, eine Gießerei und die mechanisierte Landmaschinenfabrik von Ja.L. Gerzen. Abgesehen davon gab es in Alexandrodar eine Baumschule, eine Kreditgenossenschaft, eine Verbraucherkooperative und eine Waisenkasse.
Die in Alexandrodar ansässige Gemeinde der Brüdermennoniten verfügte über ein eigenes, im Jahr 1896 errichtetes Bethaus. Ein Teil der Siedlungsbewohner gehörte den Glaubensgemeinschaften der Tempelgesellschaft und der Adventisten an.
Im Jahr 1926 war Alexandrodar Zentrum eines Dorfsowjets. Es gab eine Siebenklassenschule und einen Genossenschaftsladen. Im Zuge der Kollektivierung wurde in der Siedlung die Kolchose „Leninfeld“ eingerichtet.
Im Jahr 1941 wurde die gesamte deutsche Bevölkerung von Alexandrodar nach Sibirien und Kasachstan deportiert.
Quellen:
- Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.