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Alexandrowka (Hockerberg)

Geschichte der Siedlung

ALEXANDROWKA (Hockerberg, Konstantinowskoje, Bohn), ein lutherisches Dorf, gegründet 1768. Liegt entlang des linken Wolga-Ufers, auf dem linken Ufer des Flusses Tymanka, 60 km nordöstlich der Stadt Engels, 3 km von Rjasanowka (Näb) entfernt. In den Jahren des Ersten Weltkrieges erhielt den Namen  Alexandrowka. Am 4. Juli 1942 wurde die Landratsgemeinde  Hockerberg zur Landratsgemeinde Alexandrowka umbenannt. Gehörte  bis  Oktober 1918 zum  Gouvernement Samara: Kolonistenbezirk Panino des Ujezd Nikolajewsk (Wolost Panino, Rjasanowka). War in der Sowjetzeit Teil der Autonomen Sowjetischen Sozialistischen Republik (ASSR) der Wolga-Deutschen, Bezirk Panino (Schönchen),  Kanton Marxstadt.   Gehört zurzeit zur Landsiedlung Podlesnowskoje des Bezirks Marxstadt, Gebiet Saratow.

Einwohner: 105 (1769), 110 (1773), 105 (1788), 107 (1798), 231 (1816), 407 (1834), 633 (1850), 725 (1857), 645 (1859), 921 (1883), 954 (1889), 1102 (1897, 100% deutschstämmig), 1509 (1905), 1676 (1910), 1475 (1920, 100% deutschstämmig), 918 (01.01.1922), 979 (1926, 100% deutschstämmig), 1323 (1931, 100% deutschstämmig).

Die Kolonie wurde gegründet von  Baron de Beauregard. Das Dorf entstand am Fluss Malyj Karaman, 1770 wurde die Siedlung in eine günstigere Lage verlegt. Als Begründer traten 24 Familien auf, die 1767 aus Darmstadt, Württemberg und Lothringen eintrafen und den Winter in bereits bestehenden Kolonien verbrachten.  Davon waren 12 Personen „ackerbaufähig“. Die Errichtung der Häuser begann 1768, 1769 bestanden im Dorf bereits 8 fertige Häuser. Die erste Getreideaussaat erfolgte im Herbst  1768. Nach Angaben der 8. Zählung (1834) verfügte die Kolonie über lediglich 1992 Desjatin ackerbares Land. 1857 entfielen pro eingetragene steuerpflichtige Person 5,2 Desjatin Land.  1859 zählte der Ort 71 Gehöfte, in denen 324 Männer und  321 Frauen lebten, es gab eine lutherische Kirche, eine Schule und eine Mühle.

Das Dorf gehörte zur lutherischen Gemeinde Jekaterinenstadt, später Böttinger, seit  1820  zu Näb (Rjasanowka). Eine  Kirche aus Holz für 800 Kirchgänger wurde 1858 gebaut. 1903 entstand ein  Schulgebäude aus Stein, das  heute noch steht.

1920 zählte das Dorf  235 Haushalte. Durch die Hungersnot von 1921–1922 ging die Bevölkerungszahl drastisch zurück. 1921 wurden  55 geboren,  326 Personen sind gestorben.

Nach der Gründung einer Arbeitskommune (des autonomen Gebiets) der Wolga-Deutschen erhielt das Dorf seinen deutschen Namen wieder und wurde zum Zentrum der Landratsgemeinde Hockerberg zuerst des Bezirks Panino und später, vor der Auflösung der ASSR der Wolga-Deutschen in 1941,   des Kantons Marxstadt.  1926 gehörten zur Landratsgemeinde das Dorf Hockerberg, die Anwesen Schumejka und Karaman. Dort bestand ein Genossenschaftsladen,  eine landwirtschaftliche Genossenschaft, eine Grundschule. In der Zeit der Kollektivierung entstand die Kolchose „Neue Hoffnung“.

 Im September 1941 wurde die Bevölkerung der ASSR der Wolga-Deutschen nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Die leerstehenden Häuser wurden nach und nach von den Flüchtlingen aus den besetzten Westgebieten der UdSSR bezogen.  Das Dorf erhielt seinen russischen Namen wieder, die Kolchose wurde in „Rote Wissenschaft“ umbenannt.

Gegenwärtig hat das Dorf drei Straßen (Kolchosnaja, Zentralnaja, Schkolnaja) und ca. 200 Bewohner. Es gehört  zur Kommune (munizipales Gebilde) Podlesnowskoje. Es gibt einen Klub und einen Laden, bis vor kurzem funktionierte eine Grundschule, die heute nicht mehr arbeitet.

 

Quellen:

11) Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энцикл. словарь. / Сост. В.Ф. Дизендорф. 3-е перераб. Интернет-издание. – 2011.

2) Большая саратовская энциклопедия // http://saratovregion.ucoz.ru/region/marksovskiy/aleksandrovka.htm

3) Geschichte der Wolgadeutschen // http://wolgadeutsche.ru/list/hockerberg.htm

4) Князева Е.Е., Словьева Г.Ф. Лютеранские церкви и приходы России. XVIII–XX вв.: Истор. справочник. Ч. 1. – СПб., 2001.